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Ukraine-News: Lidl und Kaufland nehmen russische Waren aus den Regalen

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Von: Thomas Schmidtutz

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Der Ukraine-Krieg hinterlässt auch wirtschaftlich tiefe Spuren. Die Energie-Preise steigen auf breiter Front. Das wird für Verbraucher und Unternehmen zu einer immer größeren Belastung. Der News-Ticker.

Update vom 12. März, 12.53 Uhr: Lidl und Kaufland lassen den Verkauf russischer Produkte vorerst auslaufen. Es seien insgesamt nur wenige Produkte, die in Russland produziert werden, in den deutschen Filialen erhältlich, teilte die Schwarz-Gruppe in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Diese werden aktuell nicht nachbestellt. Bereits im Verkauf befindliche Ware wird nicht vernichtet und die restlichen Bestände werden bis auf weiteres abverkauft.“

Ein Sprecher der Schwarz-Gruppe erklärte weiter, man biete ein breites nationales und internationales Sortiment an, das man ständig weiterentwickele, um den Erwartungen der gerecht zu werden. „Wir sind weder in der Ukraine noch in Russland mit eigenen Standorten vertreten.“

Update vom 11. März, 09.14 Uhr: Deutschlands Maschinenbauer stellen sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges auf schwächere Geschäfte in diesem Jahr ein. Der Branchenverband VDMA senkte am Freitag seine Produktionsprognose deutlich. „Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von real 7 Prozent rechnen wir nun für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von 4 Prozent“, sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen am Freitag. Die Prognose sei allerdings mit Unsicherheiten behaftet. Im vergangenen Jahr wuchs die Produktion nach Daten des Statistischen Bundesamtes um 6,4 Prozent.

Update vom 11. März, 09.01 Uhr: Mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn liefert Russland eigenen Angaben zufolge weiter in hohem Umfang Gas für den Transit durch die Ukraine nach Europa. An diesem Freitag werde erneut die vertraglich vereinbarte Menge von 109,5 Millionen Kubikmeter bereitgestellt, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow der Agentur Interfax zufolge. Am Donnerstag hatte Präsident Wladimir Putin betont, dass Öl- und Gas-Lieferungen ins Ausland trotz beispielloser Sanktionen des Westens nicht gestoppt würden. „Wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen im Bereich der Energieversorgung. Wir liefern alles, was wir zu liefern haben“, sagte der Kremlchef.

Ukraine-News: Auch JP Morgan kehrt Russland den Rücken

Update vom 11. März, 08.14 Uhr: Nach dem Rückzug von Goldman Sachs kehrt auch die größte US-Bank JPMorgan im Zuge des Angriffskrieges gegen die Ukraine Russland den Rücken. Der Finanzkonzern befolge damit regulatorische Vorgaben von Regierungen weltweit, teilte er am späten Donnerstagabend deutscher Zeit in New York mit. JPMorgans Aktivitäten in dem Land seien nun darauf beschränkt, Klienten bei der Bewältigung bestehender Verpflichtungen und Risiken zu unterstützen und sich um die Mitarbeiter dort zu kümmern. Das US-Geldhaus war in Russland allerdings ohnehin nicht besonders stark vertreten. Zuvor hatte bereits der US-Rivale Goldman Sachs bekanntgegeben, seine Geschäfte in dem Land aufzugeben.

News zum Krieg in der Ukraine: Bauernverband warnt vor weiter steigenden Lebensmittelpreisen

Update vom 11. März, 08.14 Uhr: Der Krieg in der Ukraine wird nach Ansicht des Deutschen Bauernverbands auf absehbare Zeit die Lebensmittel teurer werden lassen. „Wir gehen davon aus, dass dieser Krieg die Preise noch weiter steigen lässt“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, der Augsburger Allgemeinen.

Auch die Landwirte leiden nach seiner Aussage unter hohen Kosten: „Bei Düngemitteln kommt es bereits zu ersten Versorgungsengpässen oder Ausfällen, die Preise sind weiter sehr hoch und werden bei höheren Gaspreisen wohl noch weiter steigen“, erklärte Rukwied.

News zum Ukraine-Krieg: Goldman Sachs zieht sich aus Russland zurück

Update vom 10. März, 16.45 Uhr: Die Investmentbank Goldman Sachs zieht sich als Reaktion auf den Krieg gegen die Ukraine als erstes großes US-Geldhaus aus Russland zurück. Eine Unternehmenssprecherin begründete den Schritt am Donnerstag mit der Einhaltung regulatorischer und lizenzrechtlicher Vorschriften. Goldman Sachs ist nach eigenen Angaben seit 1998 in Russland vertreten und hat ein Büro in Moskau.

Die Bank konzentriere sich nun darauf, Klienten bei der Verwaltung oder Abwicklung bereits bestehender Verpflichtungen auf dem russischen Markt zu helfen und sich um das Wohlergehen ihrer Angestellten dort zu kümmern. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge hatte Goldman Sachs Ende 2021 Kredite in Höhe von rund 650 Millionen Dollar in Russland ausstehen. Größtenteils gehe es dabei nicht um staatliche Schuldner.

Update vom 10. März, 16.13 Uhr: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die Mitgliedschaft der russischen Zentralbank ausgesetzt. Das teilte am Donnerstag ein Sprecher der BIZ mit, die auch als „Bank der Zentralbanken“ bezeichnet wird. Die BIZ handle damit im Einklang mit den internationalen Sanktionen gegen Russland und werde damit nicht zu einem „Weg“, diese Sanktionen zu umgehen.

Die Suspendierung bedeute den Ausschluss von allen Dienstleistungen und Treffen der BIZ, sagte der Sprecher weiter. In der BIZ sind 63 Zentralbanken weltweit Mitglied, die wiederum Länder vertreten, die zusammen 95 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. 

Ukraine-News: EU plant Hilfen für betroffene Unternehmen

Update vom 10. März, 16.13 Uhr: Um die Folgen der Russland-Sanktionen für Unternehmen in der EU zu mildern, will die Europäische Kommission die Beihilferegeln der Union anpassen. Konkret schlug die Brüsseler Behörde am Donnerstag vor, dass von den Folgen des Kriegs gegen die Ukraine betroffenen Unternehmen Darlehen mit besonders günstigen Zinsen oder begrenzt Zuschüsse wegen der derzeit stark angestiegenen Gas- und Strompreise gewährt werden können.

Ukraine-News: Putin beteuert – Russland will alle Gaslieferungen aufrechterhalten

Update vom 10. März, 15.35 Uhr: Russland will alle Energielieferungen ins Ausland aufrechterhalten. Das betreffe auch Lieferungen durch die Ukraine, erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag. Erst am Montag hatte Vize-Regierungschef Alexander Nowak gedroht, Russland könnte als Vergeltung für den Stopp des Pipelineprojekts Nord Stream 2 die Gas-Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 einstellen.

Ukraine-Krieg: VW-Chef fürchtet härtere wirtschaftliche Folgen als durch Corona

Update vom 10. März, 12.10 Uhr: Der Krieg Russlands gegen die Ukraine könnte laut VW*-Konzernchef Herbert Diess* noch heftigere Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben als die Corona-Krise. Eine in die Länge gezogene militärische Auseinandersetzung würde die Region wohl „sehr viel schlimmer“ treffen als die Verbreitung des Covid-19-Erregers, sagte der Manager der „Financial Times“ (Donnerstag). Auf Dauer beschädigte globale Lieferketten dürften demnach „zu riesigen Preiserhöhungen, Knappheit an Energie und Inflation“ führen, warnte der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Autokonzern. „Das könnte sehr riskant sein für die europäische und die deutsche Wirtschaft.“

Ukraine-News: Briten stellen Abramowitsch kalt

Update vom 10. März, 10.45 Uhr: Wegen des russischen Einmarschs in der Ukraine nimmt die britische Regierung jetzt auch bekannte russische Milliardäre ins Visier. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Danach richten sich die Maßnahmen gegen insgesamt sieben russische Oligarchen, darunter auch den langjährigen Eigentümer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch sowie OIeg Deripaska.

Das Vermögen der betroffenen Oligarchen wird eingefroren. Außerdem dürfen sie keine Geschäfte mehr mit einzelnen Personen oder Unternehmen in Großbritannien machen und auch nicht mehr einreisen. 

Update vom 10. März, 09.31 Uhr: Der Dax hat nach seiner fulminanten Erholungsrally vom Vortag am Donnerstag etwas schwächer eröffnet. In den ersten Handelsminuten verlor der deutsche Leitindex 0,82 Prozent auf 13 734,81 Punkte - am Mittwoch hatte er knapp acht Prozent höher geschlossen. Auch wegen des mit Spannung erwarteten Außenministertreffens der Ukraine und Russlands in der Türkei sowie des anstehenden Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) hielten sich die Anleger erst einmal zurück.

Ukraine-News: Amazon stoppt Lieferungen nach Russland und Belarus

Update vom 9. März, 21.38 Uhr: Als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine stoppt der weltgrößte Onlinehändler Amazon den Versand von Produkten an Privatkunden in Russland und Belarus. Der Konzern gab zudem bekannt, Nutzern in Russland bis auf Weiteres den Zugang zu seinem Streaming-Dienst Prime Video zu sperren. Darüber hinaus will Amazon dort keine Bestellungen mehr für „New World“ annehmen - das einzige Videospiel, dass das Unternehmen direkt in Russland verkaufe.

Amazon habe außerdem beschlossen, sowohl seinen Online-Marktplatz als auch die Cloud-Plattform AWS für neue Kunden in Russland und Belarus zu schließen. Der Konzern betont, in Russland keine Datenzentren, Infrastruktur oder Büros zu betreiben. Amazon verfolge auch schon seit Langem die Richtlinie, keine Geschäfte mit der russischen Regierung zu machen. Der Konzern arbeite eng mit IT-Organisationen zusammen, um der Ukraine beim Schutz gegen Cyber-Angriffe zu helfen.

Ukraine-News: BMW-Produktion in München und Dingolfing läuft nach Unterbrechung wieder an

Update vom 9. März, 16.09 Uhr - BMW* lässt die Bänder in den Werken München und Dingolfing im Laufe der nächsten Woche schrittweise wieder anlaufen. Ab 21. März soll die Fertigung dann wieder regulär erfolgen, teilte der Autobauer am Mittwoch in München mit. BMW hatte die Bänder ab Montag gestoppt und Kurzarbeit beantragt, weil Kabelbäume aus der Ukraine fehlen.

In Regensburg und Leipzig wird diese Woche im Ein-Schicht-Betrieb, ab nächster Woche wieder normal mit zwei Schichten produziert. Die Mini-Fertigung in Oxford bleibt in den nächsten zwei Wochen unterbrochen.

Update vom 9. März, 14.53 Uhr - Nach einer ganzen Reihe westlicher Firmen haben auch die niederländische Brauerei Heineken und der Musikkonzern Universal die Konsequenzen aus dem Angriff Russlands auf die Ukraine gezogen. Die weltweit zweitgrößte Brauerei teilte am Mittwoch mit, Produktion, Werbung und Verkauf seiner Marken in Russland zu beenden. Dies geschehe in Reaktion auf „anhaltende Kriegseskalation“. Vergangene Woche hatte Heineken bereits neue Investitionen sowie Exporte nach Russland gestoppt.

Das Unternehmen sei „schockiert und traurig“ angesichts der Lage in der Ukraine, erklärte Heineken-Chef Dolf van den Brink. Er sprach von einem „unprovozierten und zutiefst ungerechtfertigten“ Angriff. Heineken beschäftigt in Russland 1800 Menschen und ist dort nach eigenen Angaben der drittgrößte Bierproduzent.

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Ukraine-News: IfW-Forscher - US-Embargo tut Russland nicht weh

Update vom 9. März, 14.53 Uhr - Das Ölembargo der USA gegen Russland* hat laut Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nur geringe ökonomische Auswirkungen für Russland. „Der Importstopp von russischem Öl durch die USA mag symbolisch von hoher Bedeutung sein, einen ökonomischen Schaden bei der russischen Wirtschaft verursacht er praktisch nicht“, erklärte der IfW-Handelsforscher Hendrik Mahlkow am Mittwoch. Das Embargo führt demnach langfristig zu Einbußen von 0,2 Prozent der russischen Wirtschaftskraft.

Grund für die geringen Auswirkungen ist, dass die USA nur wenig russisches Öl kaufen. Ändern würde sich die Situation hingegen, sollte sich die EU ebenfalls zu einem Embargo gegen russisches Öl entschließen. Das russische Bruttoinlandsprodukt würde dann laut den IfW-Berechnungen langfristig um 1,2 Prozent sinken.

Ukraine-News: „Komplett gekappt“ - Atomruine von Tschernobyl ohne Strom

Update vom 9. März, 13.25 Uhr - Die Atomruine von Tschernobyl ist im Zuge der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine* vom Stromnetz abgeschnitten worden. Die Elektrizitätsversorgung der Anlage und ihrer Sicherheitssysteme sei infolge „der militärischen Aktivitäten des russischen Besatzers komplett gekappt“, erklärte am Mittwoch der ukrainische Energiekonzern Ukrenergo zum Status im Akw Tschernobyl. Wegen der fortdauernden russischen Angriffe gebe es auch „keine Möglichkeit“, die Stromversorgung in Tschernobyl heute wiederherzustellen.

Ukraine-News: Akw-Arbeiter auf dem Gelände von Tschernobyl eingeschlossen

Im Akw Tschernobyl war es 1986 zu einem verheerenden Unfall gekommen, bei dem hunderte Menschen starben und radioaktives Material sich über ganz Europa ausbreitete. Die russische Armee hatte das Gelände im Norden der Ukraine am ersten Tag ihres Einmarschs erobert. Mehr als 200 technische Mitarbeiter und Wachleute sind seitdem auf dem Gelände eingeschlossen. Sie arbeiten nun schon knapp zwei Wochen am Stück ohne Ablösung. Normalerweise arbeiten mehr als 2000 Menschen in rotierenden Schichten in dem Sperrgebiet.

Ukraine-News: Spritpreise verzeichnen Rekordanstieg – Diesel über Nacht 12 Cent teurer 

Erstmeldung vom 9. März, 13.15 Uhr - Während Russland vor dem Kontrollverlust des Luftraums im Ukraine-Krieg* stehen soll und Kanzler Scholz sich erneut mit einem Appell an Russlands Präsidenten Wladimir Putin* richtet, steigen die Spritpreise in Deutschland in nie gekannter Geschwindigkeit. In nur einer Woche hat sich Diesel um 39,4 Cent verteuert, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags erreichte der Spritpreis-Wahnsinn aufgrund des Ukraine-Kriegs einen neuen Höhepunkt*. Der Kraftstoff kostete 2,150 Euro pro Liter. Super E10 legte auf Wochensicht um 27,6 Cent auf 2,103 Euro zu. Alleine von Montag auf Dienstag hatten Diesel um zwölf und E10 und rund zehn Cent zugelegt.

Und obwohl Russland einen möglichen Ukraine-Kurswechsel* ins Spiel bringt, ist derweil ein Ende beim Spritpreis offenbar noch nicht erreicht: Am Mittwoch zeichnete sich bereits der nächste kräftige Anstieg ab. Zum Mittag lag Diesel elf, Super E10 acht Cent über dem Vergleichszeitpunkt des Vortags. „Die aktuelle Entwicklung am Ölmarkt gibt diesen weiteren Anstieg eigentlich nicht her“, hieß es dazu vom ADAC. Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA

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