1. Startseite
  2. Wirtschaft

Ukraine-News: Oligarchen-Jacht kostet Italien 20.000 Euro Unterhalt pro Tag - Jetzt prüft Rom den Verkauf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Italien hat in Folge des Ukraine-Krieges bereits mehrere russische Oligarchen-Jachten festgesetzt. Doch diese werden nun zum finanziellen Problem, weshalb das Land den Verkauf in Erwägung zieht.

Triest - Im Zuge der Sanktionen gegen Russland und russische Oligarchen wurden bereits einige Luxus-Jachten in verschiedenen Ländern festgemacht. Im Hafen der italienischen Stadt Triest liegt nun beispielsweise die Segeljacht mit dem Namen „Sailing Yacht A“ im Wert von rund 530 Millionen Euro. Sie soll dem russischen Milliardär Andrei Melnitschenko gehören. Soweit so gut, doch das 143 Meter lange Schiff macht den italienischen Behörden jetzt Probleme.

Ukraine-News: Jacht kostet 20.000 Euro Unterhalt pro Tag

Denn der Unterhalt solcher Mega-Schiffe ist aufwendig und kostet den Staat damit eine ganze Menge Geld. Wie die FAZ berichtet, frisst der Unterhalt der „Sailing Yacht A“ alleine schon 20.000 Euro pro Tag. Damit werden der Liegeplatz, Strom, Wasser und die Pflege des Schiffes bezahlt. Daher hat ein Sprecher des italienischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums nun gegenüber der FAZ bestätigt, dass die Regierung tatsächlich die Vermietung, oder sogar den Verkauf russischer Vermögenswerte prüfe.

Doch ganz so einfach ist das nicht. Den EU-Sanktionen zufolge soll das Vermögen der Oligarchen nur „eingefroren“ werden. Mit dem Ende des Ukraine-Krieges könnten auch die Sanktionen wieder aufgehoben werden, dann sieht die EU-Vorschrift eine Rückgabe der Vermögenswerte vor. Der Anwalt Simone Moretti aus Genua erklärte gegenüber der FAZ: „Ein Verkauf verstieße meiner Ansicht nach gegen den Geist der EU-Vorschriften“

Ukraine-News: Einfrieren von Vermögenswerten seit 9/11-Anschlägen möglich

Denn die Möglichkeit, Vermögen einzufrieren, wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geschaffen. Sie sollte damals dazu dienen, die Finanzierung von Terrorismus zu bekämpfen. Mit Beginn des Ukraine-Konflikts wurde die Regelung jedoch ausgeweitet.

„Eine Idee der italienischen Regierung lautet, mit dem Verkauf von Vermögensgegenständen die angefallenen Betriebskosten zu decken und den Rest der Einnahmen dann nach Beendigung der Sanktionen den ehemaligen Eigentümern zurückzugeben“, erklärt der Mailänder Anwalt Massimo Greco gegenüber der FAZ. Da die russischen Oligarchen ihre Konten meist nicht in Italien hatten, gibt es kaum Geld, mit dem die Instandhaltung bezahlt werden könne. Somit bleibt der Staat auf den Kosten sitzen - sofern er die Jachten nicht vermietet oder verkauft.

Auch interessant

Kommentare