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OPEC+: Jetzt droht Russland der Zwangsausschluss

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Von: Patricia Huber

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Aufgrund der EU-Sanktionen droht Russland nun der OPEC-Ausschluss - wegen fehlender Liefermengen.

Wien - Nach langem Ringen haben die EU-Staaten sich nun auf ein Embargo für russisches Öl geeinigt. Angesichts dessen ist der Ölpreis vorübergehend auf den höchsten Stand seit Anfang März geklettert. Doch das ist nicht die einzige Auswirkung. Es könnte auch Folgen für Russlands Zusammenarbeit mit der Ölförder-Organisation Opec haben.

Ukraine-News: Russland kann Opec-Ziele durch Sanktionen nicht erfüllen

Durch Opec+ stieß auch Russland zur Organisation dazu. Jedoch könnten die Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges die Opec-Mitglieder nun dazu bewegen, Russland aus dem Kartell auszuschließen. Laut dem „Wall Street Journal“ wird erwogen, das Ölförderabkommen mit Russland auszusetzen. Denn die Sanktionen des Westens würden die Fähigkeiten des Landes untergraben, mehr Rohöl zu fördern, um die Produktionsziele des Verbundes zu erfüllen.

„Die Herausnahme Russlands würde Saudi-Arabien und anderen Länder mit freien Förderkapazitäten die Möglichkeit geben, die Produktion stärker auszuweiten“, kommentierte Carsten Fritsch, Devisenexperte bei der Commerzbank. Denn Russland ist verpflichtet, monatlich 10,4 Millionen Barrel Rohöl zu fördern. Im April waren es jedoch nur etwas mehr als neun Millionen - Tendenz sinkend. Hier könnten also Länder wie Saudi-Arabien einspringen und ihre Kapazitäten weiter ausschöpfen.

Ukraine-News: Russland-Ausschluss als Ende für Opec+?

Experten zufolge könnte dieser Schritt sogar das Ende der Opec+-Allianz bedeuten, wie das Handelsblatt berichtet. Die Kooperationsvereinbarung zwischen den 13 Opec-Staaten und den zehn weiteren Ölförderländern lief seit Oktober 2018 unter der Führung Russlands.

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Die Sitzung der Opec+ am Donnerstag könne aufgrund der neusten Entwicklungen also spannender werden als erwartet. Bislang ging der Markt von einer weiteren moderaten Erhöhung der Fördermenge aus. (ph/dpa)

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