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Ukraine-News: Kanadisches Gas als Alternative? „Können 20 Prozent des russischen Gases liefern“

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Von: Patricia Huber

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Hand dreht am Gashahn
Sollte der russische Gashahn zugedreht werden, könnte Kanada Abhilfe schaffen. © Christian Ohde/Imago

Könnte Kanada im Falle eines möglichen Liefer-Stopps bei russischem Gas die Rettung sein? Das behauptet zumindest der Chef des größten Gas-Unternehmens aus Quebec - doch es gibt einen Haken.

Quebec - In den vergangenen Jahren wurde die Abhängigkeit von russischem Gas nie wirklich als ernstes Problem gesehen. Mit Beginn des Ukraine-Krieges* hat sich das jedoch schlagartig geändert. Etwa 55 Prozent des in Deutschland verbrauchten Gases stammt aus Russland. Viele sind für einen Importstopp, doch Wirtschaftsexperten sind sich sicher, dass das schwere Folgen für die deutsche Industrie haben könnte.

Ukraine-News: Firma könnte Europa 20 Prozent des russischen Gases liefern

Mario Levesque, Vorstandschef der größten Gasförderfirma in Quebec, ist der Meinung, dass das kanadische Gas Deutschland und Europa aus dieser misslichen Lage helfen könnte. Im Interview mit focus.de erklärt er: „Wir können euch in Europa 20 Prozent des russischen Gases liefern – wenn es nötig sein wird, für etliche Jahre.“

Und wann könnte es losgehen? „In den nächsten 16 bis 18 Monaten könnten wir damit starten“, sagt Levesque. Außerdem macht der Gas-Chef klar, dass das kanadische Gas einen deutlich kürzeren Weg zurücklegen müsste, als das aus Katar. „Von Katar bis zu euch nach Wilhelmshaven sind es genau 7412 nautische Meilen (nm). Vom Quebecer Hafen aus ist es weniger als die Hälfte – 3440 nm.“ Kanadisches Gas wäre also schneller dort, wo es hin muss. Zudem könnten die Kanadier sogenanntes komprimiertes Gas in Containern liefern, welches günstiger ist, als Flüssiggas.

Gas aus Quebec: Regierung möchte Förderung fossiler Brennstoffe stoppen

Doch so toll sich das alles auch anhört: Es gibt einen Haken. Die Landesregierung von Quebec hat einen Gas-Förderstopp erlassen. Denn die Fracking-Technik, mit der das Gas vor Ort gewonnen wird, ist höchst umstritten. Dabei werden chemische Stoffe in die Erde gepresst, um das Gas an die Oberfläche zu befördern. Hier schlagen Umweltschützer Alarm. Wenn das Gesetz verabschiedet wird, ist erst mal Schluss mit den fossilen Brennstoffen. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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