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Ukraine-News: Kreml will McDonald’s kopieren - mit der Marke Onkel Wanja

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Von: Lisa Mayerhofer

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McDonald's in Russland
McDonald's hatte jüngst angekündigt, seine rund 850 Filialen in Russland bis auf Weiteres zu schließen. © Jan Woitas/dpa

McDonald‘s hat sich wegen des Ukraine-Kriegs aus Russland zurückgezogen. Jetzt plant der Kreml eine eigene Alternative zur US-Fast-Food-Kette.

Moskau - Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben viele westliche Unternehmen ihr Russland*-Geschäft auf Eis gelegt - zumindest vorübergehend. So auch die berühmte US-amerikanische Fast-Food-Kette McDonald’s*. Vor gut 30 Jahren galt die Ansiedlung des Unternehmens noch als Inbegriff der Öffnung Moskaus nach Westen.

Doch mit dem Ukraine-Krieg* gehen nun in der ersten Filiale Russlands, die am 31. Januar 1990 geöffnet hatte, erst einmal die Lichter aus. Viele Russen essen sich noch einmal satt, ohne dass sich - anders als damals - lange Schlange bilden. Die Mitarbeiter sollen weiter Geld erhalten. Wann die insgesamt 850 McDonald’s-Filialen in Russland wieder öffnen, ist nicht absehbar.

Westliche Firmen verlassen Russland wegen Ukraine-Krieg - Kreml will McDonald’s ersetzen

Der Kreml scheint nun seine eigene russische Alternative zu planen: „Onkel Wanja“ (Djadja Wanja). Die Veröffentlichung des ersten Logos der neuen Fast-Food-Kette erinnert sehr stark an das McDonald’s-Logo. Auf rotem Hintergrund ist ein gelbes kyrillisches „W“ für Wanja zu sehen.

Moskaus Bürgermeister Sergey Sobjanin möchte fast vier Millionen Euro zur Verfügung stellen, um das Projekt „Onkel Wanja“ zu realisieren, scheibt n-tv.de. Die russische Fast-Food-Kette soll dafür natürlich „hundertprozentig russisch“ und billiger als McDonald’s sein.

Damit hätte die Wirklichkeit dann die Satire überholt. Schon bei der Ankündigung des Rückzugs vieler westlicher Firmen spotteten Twitter-Nutzer, dass die Russen nun „Njetflix“ statt Netflix schauen müssten*. Das Satire-Magazin Der Postillon erfand russische Alternativen bekannter westlicher Fast-Food-Ketten: „In Moskau eröffneten heute die ersten Filialen der neugegründeten Fast-Food-Ketten McPutin, Wladiwostok Fried Chicken und Burger Zar“, schrieb das Magazin. Das ist nun zwar nicht ganz so eingetroffen, aber die Realität kommt dem Satire-Artikel ziemlich nahe.

Nach Rückzug aus Russland: Kreml droht westlichen Unternehmen mit Enteignungen

Für westliche Unternehmen ist die Lage in dem Riesenreich allerdings ziemlich erst: Das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat diese Woche einen Gesetzentwurf für die Verstaatlichung des Eigentums ausländischer Unternehmen, die das Land verlassen, auf den Weg gebracht. Noch diese Woche soll der Gesetzentwurf verabschiedet werden. Werden die enteigneten Unternehmen dann auf Geheiß des Kremls unter einer russischen Marke wieder eröffnet?

Darauf weist eine Aussage des Duma-Chefs Wjatscheslaw Wolodin von vergangener Woche hin: „Wenn McDonald’s schließen will, kein Problem, schließlich sind 100 Prozent der Ingredienzien aus russischer Produktion. Schon morgen sollte da dann aber kein McDonald‘s, sondern ein ‚Onkel Wanja‘ sein“, zitiert die österreichische Zeitung Der Standard Wolodin. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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