Ulrich Lehner wird Telekom-Aufsichtsratschef

Bonn - Der scheidende Henkel-Chef Ulrich Lehner wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei der Deutschen Telekom. Der Manager werde per Gericht in den Aufsichtsrat bestellt und übernehme den Vorsitz vor der Hauptversammlung am 15. Mai.

Das teilte die Telekom am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in Bonn mit. Lehner folgt dem früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel, der den Posten im Zuge der aktuellen Steueraffäre räumen musste.

Da Zumwinkel mit sofortiger Wirkung ausscheidet, wird bis zur Bestellung von Lehner, die voraussichtlich im April erfolgt, Klaus Schlede vorübergehend das Gremium leiten. Schlede selbst wird altersbedingt zur Telekom-Hauptversammlung ebenfalls den Aufsichtsrat verlassen. Nachfolger wird der frühere Staatssekretär Hans Martin Bury, der nun Manager bei der Investmentbank Lehman Brothers ist.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass Lehner neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Bonner Konzerns werden würde. Der 61-Jährige tritt mit der Henkel-Hauptversammlung am 14. April entsprechend der konzerninternen Altersgrenze für Führungskräfte als Vorstandschef ab und kann dann das Amt bei der Telekom antreten.

Der Manager gilt in der Wirtschaft als gut vernetzt und wusste bei Henkel auch die Arbeitnehmer von seinem Kurs zu überzeugen. Neben dem obersten Henkel-Manager war auch Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber als möglicher Aufsichtsratschef gehandelt worden.

Der Aufsichtsrat bestätigte zudem auf seiner Sitzung dem Dividenden-Vorschlag des Vorstands. Der Hauptversammlung soll demnach eine um 8 Prozent höhere Ausschüttung von 0,78 Euro pro Aktie vorgeschlagen werden.

Auf der Aufsichtsratssitzung ging es auch um die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr und eine neue Strategie für die Geschäftskundensparte T-Systems.Dem Vernehmen nach hat sich das Ergebnis im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabilisiert, womit die Erwartungen der Analysten erfüllt würden.

Der neue T-Systems-Chef Reinhard Clemens wollte dem 20-köpfigen Aufsichtsrat zudem seine Pläne vorstellen, wie er die Sparte auf die Wachstumsspur zurückführen will. Geplant ist eine Verschlankung, um die Betriebsabläufe zu beschleunigen. Außerdem geht es um eine Partnerschaft für den Bereich Systemintegration (SI) mit 18 000 Beschäftigten. Nach Angaben aus Konzernkreisen gilt der amerikanische IT-Dienstleister Cognizant als Favorit, daneben waren zuletzt noch die indische Tata Consultancy und die kanadische CGI-Gruppe im Gespräch.

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