Umbau belastet HVB - Fortschritte im Bankgeschäft

München - Die Kosten für den Konzernumbau und eine kräftig gestiegene Vorsorge für Kreditrisiken haben die Uni Credit-Tochter HypoVereinsbank im ersten Halbjahr belastet.

Unter dem Strich ging der Gewinn von 194 auf 145 Millionen Euro zurück, wie die Bank am Dienstag in München mitteilte. Im laufenden Bankgeschäft verbuchte die HVB dagegen deutliche Fortschritte. Das operative Ergebnis kletterte von 669 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Dabei profitierte die Bank von Verbesserungen beim Zinsüberschuss und einem wieder deutlich positiven Handelsergebnis von 344 Millionen Euro.

Eine Prognose für 2009 wagte HVB-Chef Theodor Weimer wegen des unsicheren Umfeldes nicht. “Wir erwarten, dass die wirtschaftlichen Bedingungen sowohl weltweit als auch in Deutschland weiterhin schwierig bleiben werden.“ Wegen der deutlich gestiegenen Ausfallgefahr musste die HVB ihre Kreditrisikovorsorge im ersten Halbjahr mehr als verdreifachen von 256 Millionen auf 969 Millionen.

Ähnlich erging es auch der Konzernmutter UniCredit, deren Gewinn im ersten Halbjahr von knapp drei Milliarden auf 937 Millionen Euro einbrach. Sorgen bereitet der italienischen Großbank die angespannte Lage in Zentral- und Osteuropa. “Wir sind uns der Risiken in Zentral- und Osteuropa bewusst“, erklärte die österreichische UniCredit-Tochter Bank Austria, bei der das Geschäft gebündelt ist. Deshalb beobachte man auch die Liquidität in allen Ländern genau und konzentriere sich auf eine weitere Kostensenkung.

Für den Umbau der HVB , der mit dem Abbau von rund 2500 Arbeitsplätzen einhergeht, fielen im ersten Halbjahr Einmalbelastungen von 267 Millionen Euro an. Bereinigt um diesen Effekt hätte sich ein Anstieg des Vorsteuerergebnisses um rund 75 Prozent auf 639 Millionen Euro ergeben, erklärte die Bank. Weimer zeigte sich trotz der deutlich gestiegenen Aufwendungen für die Risikovorsorge mit dem Halbjahresergebnis zufrieden. “Mittelfristig ist die HypoVereinsbank mit ihrer guten strategischen Ausrichtung und der exzellenten Kapitalausstattung gut gerüstet, um von einem verbesserten Geschäftsumfeld zu profitieren“, erklärte der HVB-Chef.

dpa

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