Umbau fast geschafft: Landesbank sieht sich "auf gutem Weg"

- München - Die Bayerische Landesbank sieht sich "auf gutem Weg", wie Vorstands-Chef Werner Schmidt sagte. Der Umbau des Instituts, das jeweils zur Hälfte dem Freistaat Bayern und den Sparkassen gehört, soll heuer im Wesentlichen beendet werden. 1000 Arbeitsplätze wurden dann abgebaut, Filialen im Ausland geschlossen. Mit dem Ergebnis geht es aufwärts. Das Rating soll - trotz baldigen Wegfalls der Staatsgarantien - solide werden. Und selbst das undankbare Kirch-Erbe Formel 1 soll keine Probleme mehr machen.

<P>"Gemessen an den Vorjahren", sagte Schmidt, habe das Institut im ersten Halbjahr 2004 eine "erfreuliche Entwicklung" gezeigt. Das operative Ergebnis stieg um fast ein Drittel. Im Gesamtjahr soll es ähnlich aussehen. Weniger Risiken und mehr Privatkundengeschäft - diese beiden Aspekte hätten die Landesbank vorangebracht. Diese Devise gilt weiterhin. "Die Aktivitäten der Bank werden sich neben der Stabilisierung und nachhaltigen Steigerung der Erlöse auf die weitere Portfoliobereinigung bei Krediten und Beteiligungen konzentrieren", kündigte Schmidt an. Im zweiten Halbjahr rechnet das Institut nach seinen Worten mit positiven Sondereffekten - also einmaligen Erlösen zum Beispiel durch Verkäufe von Beteiligungen - "bis zu einem dreistelligen Millionenbetrag".<BR><BR>Die Vorsorge für etwaige Kreditausfälle hat im Gesamtjahr einen Planwert von 500 Millionen Euro. Dieser sei aber "weitgehend nicht belegt". Diese Summe dürfte also letztlich nicht in der vollen Höhe benötigt werden.<BR><BR>Der Umbau der Bank nähert sich seinem Ende. Im Inland müssten heuer noch 40 Arbeitsplätze geräumt werden. "Das regelt sich durch Fluktuation, kein Problem", sagte Schmidt. Im Ausland stünden 200 Stellen zur Disposition. Diese entfallen wegen der Schließung von Niederlassungen in Singapur, Labuan (Malaysia), Tokio und Toronto sowie der BLB Asia Pacific. Was die Zahl der Stellen betreffe, sei aber "nichts in Stein gemeißelt", sagte Schmidt mit Hinweis auf die wirtschaftlich "desolate Lage" Deutschlands.<BR><BR>Die Beteiligung an der Rennsportserie Formel 1, die der Landesbank nach der Pleite des Kirch-Imperiums zugefallen war, soll nicht für böse Überraschungen sorgen. "Bis 2007 stehen der Bank Einnahmen zu", sagte Schmidt. Und selbst falls die Autohersteller ab 2008 eine eigene Rennserie aufstellten, was den Wert der Formel-1-Beteiligung massiv beeinträchtigen würde, belaste das die Landesbank nicht. Die Aktien stünden mit einem Wert zu Buche, der gewährleiste, dass jedwede Entwicklung der Formel 1 "finanzwirtschaftlich ohne Auswirkungen bleiben wird".<BR><BR>Angesichts der Fortschritte sieht Schmidt gute Chancen, dass die Landesbank auch "nach Wegfall der Haftungsgrundlagen von allen Ratingagenturen ein Zielrating von mindestens A+" erhalte. Ab dem 19. Juli gelten die Garantien des Staates für die Landesbanken nicht mehr. Dann müssen die Institute ihre Kreditwürdigkeit aus eigener Kraft beweisen.<BR></P>

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