96 Prozent sind dafür

Umfrage: Bayerische Metaller für ein „Recht auf Abschalten“

München – Die IG Metall sieht sich durch eine Umfrage in ihrer Marschrichtung in Sachen Arbeitszeit bestärkt. Die meisten Beschäftigten sind für ein Festhalten am Arbeitszeitgesetz und ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Aus Arbeitgebersicht ist das realitätsfern.

Auch in Bayern wünscht sich nach einer Umfrage der IG Metall eine große Mehrheit der Beschäftigten in der Branche weiterhin gesetzlich geschützte Ruhe- und Höchstarbeitszeiten. 96 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dass es auch in Zukunft ein Arbeitszeitgesetz mit einem „Recht auf Abschalten“ gebe, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in München mit. An der Umfrage beteiligten sich mehr als 144.000 Beschäftigte aus der Metall- und Elektroindustrie. Kritik an der Befragung kam von den Arbeitgebern.

Wie viel hat die Umfrage mit der Realität zu tun? 

„Die Umfrage lässt völlig außer Acht, dass die Wünsche der Beschäftigten stets mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang gebracht werden müssen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie, Bertram Brossardt. „Von daher hat die Umfrage mit der realen Arbeitswelt nicht viel zu tun.“

Nach Angaben der IG Metall sprachen sich 90 Prozent der Befragten für ein gesetzlich garantiertes Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit aus. Eine solche Regelung würde die Firmen und auch die übrigen Arbeitnehmer aus Sicht Brossardts unter Druck setzen und ihnen die nötige Flexibilität rauben. „Arbeit im Betrieb gibt es nicht, wenn es ein Gesetz verordnet, sondern wenn mehr Aufträge hereinkommen“, erklärte er.

84 Prozent für finanzielle Unterstützung

Bei der Umfrage befürworteten auch 84 Prozent der Befragten eine finanzielle Unterstützung, wenn Beschäftigte für Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Weiterbildung die Arbeitszeit reduzieren. „Das Votum der Beschäftigten ist eindeutig“, erklärte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler. „Die Menschen wollen bessere Voraussetzungen, um ihre Arbeit mit ihrem Privatleben vereinbaren zu können.“ Am 22. Mai will die Gewerkschaft die detaillierten Ergebnisse bei einer Pressekonferenz in München vorstellen. Die IG Metall will die Arbeitszeit zum Schwerpunkt der kommenden Tarifrunde machen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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