Umfrage: Deutsche wollen kleine kupferne Cent-Münzen behalten

- München/Frankfurt - Auch wenn ein Bundesbanker für eine Rundung der Preise im Einzelhandel eintritt, welche die Ein- und Zwei-Cent-Münzen überflüssig machen würde, wollen die meisten Bürger laut einer Umfrage an den kleinen Kupfermünzen festhalten.

<P>54 Prozent der befragten Deutschen sprachen sich dagegen aus, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen, ergab eine Umfrage unter 1000 Menschen durch das Forschungsinstitut Emnid für die "Wirtschaftswoche". Für einen Verzicht wie in den Niederlanden oder in Finnland - wo die Händler die Cent-Beträge auf- oder abrunden - plädierten 39 Prozent der Befragten. <BR><BR>Vor allem der Einzelhandel lehnt den Verzicht auf das Kleingeld strikt ab. "Wir wehren uns vehement gegen eine Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen", sagt Bernd Ohlmann, Sprecher beim Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE). Denn nach der "Teuro-Hysterie" würde das wiedergewonnene Vertrauen der Kunden erneut verloren gehen. Bei einer Rundung der Preise würden die Kunden nur die Aufrundung wahrnehmen. "Die Aufrundung wird viel stärker registriert als die Abrundung", so der LBE-Sprecher. Für das Verbrauchervertrauen sei dies der vollkommen falsche Weg.<BR><BR>"Wir könnten uns in Deutschland eine solche Lösung vorstellen", zitierte das "Handelsblatt" den Zentralbereichsleiter Bargeld der Bundesbank, Wolfgang Söffner. Ein Bundesbank-Sprecher sagte dazu, bei den Äußerungen handele es sich um die persönliche Meinung des Mitarbeiters, nicht aber um die offizielle Haltung der Bundesbank. Die kleinen Münzen seien laut Söffner in der Herstellung wegen ihres Stahlkerns teurer als ihr Nennwert, nachdem der Stahlpreis deutlich gestiegen ist. Zudem seien sie volkswirtschaftlich teuer, da hohe Transport- und Bearbeitungskosten anfallen.<BR><BR>Bei der Stadtsparkasse München sieht man für sich keine Einsparung, wenn die Kupfermünzen abgeschafft würden. "Wir hatten genauso wenig wie mit den Ein- und Zwei-Pfennig-Münzen Probleme mit den kleinen Cent-Münzen", sagte Joachim Fröhler, Sprecher der Stadtsparkasse.<BR><BR>In den Niederlanden dürfen die Einzelhändler ab 1. September die Endbeträge an den Kassen auf fünf Eurocent auf- beziehungsweise abrunden. Die neue Regel ist eine Empfehlung unter anderem der niederländischen Zentralbank, des Einzelhandels und der Verbraucherverbände.<BR><BR>Finnland hat bereits bei der Einführung des Euro auf Ein- und Zwei-Cent-Münzen verzichtet. Rechtlich sind aber auch die kleinen Münzen offizielles Zahlungsmittel. Die kleinen Kupfermünzen sind in Finnland praktisch nur bei Sammlern begehrt.<BR><BR>Wie die Cent-Münzen gestückelt werden, entscheidet der Ministerrat der Europäischen Union. Das bestimmt Artikel 106 des EG-Vertrags. Im Gegensatz zu den Münzen ist für die Aufteilung der Euro-Scheine die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig. Auch die Menge der von den Staaten hergestellten Münzen muss die EZB genehmigen.<BR><BR></P><P> </P>

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