Umfrage: Gute Noten für Bayerns Agenturen

- München - Bayerns Arbeitsagenturen haben bei der Befragung von Arbeitslosen überdurchschnittlich gut abgeschnitten. So erreichten die Behörden im Freistaat eine Gesamtnote von 2,7 (bundesweit 2,8). Vor allem die Fachkompetenz der Mitarbeiter wurde positiv bewertet. Insgesamt erhielt die Bundesagentur für Arbeit (BA) jedoch nur mittelmäßige Noten. Angeblich hat die BA-Spitze die Arbeitsagenturen in einem Schreiben bereits zu mehr Anstrengungen aufgefordert.

Die befragten Arbeitslosen kritisierten vor allem die fehlende Unterstützung bei der Jobsuche. Außerdem würden die von den Vermittlern unterbreiteten Arbeitsangebote häufig nicht die Erwartungen erfüllen. Bei der telefonischen Befragung waren im Herbst 2005 knapp 10 000 Arbeitslose und Unternehmen nach ihrer Zufriedenheit mit der örtlichen Arbeitsagentur befragt worden.

"Wir wollen die Kundenzufriedenheit verbessern, also müssen wir sie auch regelmäßig messen", verteidigt BA-Sprecher Ulrich Waschki die Befragung, die allein in diesem Jahr rund 300 000 Euro kostet. Insgesamt sind vier Umfragen pro Jahr geplant. "Ziel ist es langfristig, jeder Arbeitsagentur die Ergebnisse aus ihrem Bereich zur Verfügung zu stellen", so Waschki. Damit ließe sich eine Rangliste der erfolgreichsten Agenturen erstellen.

Der BA-Sprecher räumt allerdings auch Verbesserungsbedarf ein. So erhielten die Agenturen bei der Erreichbarkeit per Telefon und E-Mail nur die Note 3,4 - auch die bayerischen Behörden schnitten nicht besser ab. "Bei unserem Massengeschäft ist eine gute Erreichbarkeit nur mit extrem hohem Personalaufwand zu erreichen", sagt Waschki. Außerdem haben sich die interne Umstrukturierung und die Einführung von Hartz IV negativ ausgewirkt. Die beste Bewertung erzielten die BA-Mitarbeiter in puncto Freundlichkeit, die die Befragten mit der Note 2,2 honorierten (Bayern auch 2,2).

Insgesamt 50 Punkte umfasste der Fragen-Katalog, der auch Unternehmern vorgelegt wurde. Sie kritisierten vor allem mangelnde Unterstützung bei der Personalsuche. Hier sei eine "qualitativ bessere Vorauswahl der Bewerber erforderlich", heißt es in dem internen BA-Papier. Über die Ergebnisse der Befragung wird der Verwaltungsrat demnächst beraten. Eine Veröffentlichung der Resultate schloss BA-Sprecher Waschki allerdings aus.

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