Zufriedenheit der Unternehmen mit dem Standort Bayern.

Bewertet wurden 44 Standortfaktoren

Umfrage zum Wirtschaftsstandort: Womit Oberbayern bei Firmen punktet

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Der Wirtschaftsstandort Oberbayern schneidet in einer Umfrage unter Betrieben gut ab. Wenn sie die Wahl hätten, würden 84 Prozent Oberbayern wieder als Firmensitz wählen. Allerdings gibt es regional Unterschiede.

München – Was schätzen Unternehmen in Oberbayern besonders? Wo drückt der Schuh? Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern hat rund 3000 oberbayerische Unternehmen zu den Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandorts befragt. Bewertet wurden 44 Standortfaktoren – von der Breitbandversorgung und den Energiekosten über die Verkehrsanbindung und das Freizeitangebot bis zur Verfügbarkeit von Fachkräften. Die Ergebnisse, die unserer Zeitung vorliegen, zeigen: Insgesamt erhält Oberbayern die Note 2,0. „84 Prozent der Betriebe würden den Standort wieder als Firmensitz wählen“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK.

Damit hat sich die Attraktivität im Vergleich zu 2015, als die IHK erstmals Unternehmen zur Standortqualität befragt hatte, leicht verbessert. Damals ergab die Befragung die Gesamtnote 2,1. Besonders zufrieden sind die Unternehmen laut Umfrage mit der Loyalität und Motivation ihrer Mitarbeiter (Note 2,1), der Energieversorgung (2,1) sowie dem Freizeit- und Sportangebot (2,1). Als besondere Stärken wurde zudem die gute Anbindung ans Fernstraßennetz bewertet. Eher unzufrieden zeigten sich die Betriebe dagegen mit den Gewerbeflächen- und Grundstückspreisen (3,5) und dem Angebot an Wohnraum (3,4). Schlecht bewertet wurde auch die Anbindung an die Schiene (3,7) und an den Luftverkehr (3,4) – die beiden Faktoren wurden von den Unternehmen aber als weniger wichtig eingestuft, fallen deshalb nicht so sehr ins Gewicht.

Betrachtet man die einzelnen Landkreise und Städte sind die Unternehmen vor Ort mit ihrem Standort mal mehr mal weniger zufrieden. So bewerten etwa Unternehmen mit Firmensitz in der Stadt München mit der Note 1,7 ihren Standort insgesamt am besten, dicht gefolgt vom Landkreis München mit der Note 1,8. Nur knapp hinterm Hauptfeld liegt der Landkreis Mühldorf am Inn (2,3). Schlusslicht ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit der Note 2,5.

„Die Stadt München hat als Standort viele Stärken – etwa die hohe Dichte an Universitäten und beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch die Verfügbarkeit von Auszubildenden ist gut. Negativ bewertet wurden hier vor allem die hohe Gewerbe- und Grundsteuer“, erläutert Driessen. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen seinen die Standortbedingungen völlig andere. „Hier steigt das Durchschnittsalter deutlich, die Unternehmen haben große Probleme Fachkräfte zu finden. Außerdem gibt es im Süden des Landkreises einen Trend zur Deindustrialisierung. Immer mehr Firmen wandern ab. Negativ wirkt sich auch das hohe Verkehrsaufkommen auf der A95 aus.“

So bewerten die Firmen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen etwa die Verfügbarkeit von Fachkräften mit Abstand am schlechtesten. Unternehmen in der Stadt München und den direkt angrenzenden Landkreisen haben hier weniger Probleme. Punkten kann der Standort Garmisch-Partenkirchen dagegen beim Freizeit- und Sportangebot. Hier liegen neben Garmisch, die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach, aber auch wiederum die Stadt München ganz vorne.

Die Umfrage habe gezeigt, dass es Handlungsbedarf in insgesamt vier Bereichen gebe, sagt IHK-Chef Driessen: bei der Fachkräftesicherung, beim Bürokratieabbau, dem Breitbandausbau und bei der Schaffung von bezahlbaren Gewerbeflächen. Während sich beim Breitbandausbau langsam etwas tue, habe sich der Mangel an Fachkräften verschärft, so Driessen. Er räumt aber auch ein: „Wir jammern in Oberbayern auf hohem Niveau.“

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