Umsatzsteuer-Betrügereien

Bericht: Deutsche Bank reagiert hart

München - Die Deutsche Bank hat nach Medieninformationen mehrere Beschäftigte aus dem Handelsbereich freigestellt, die in Umsatzsteuer-Betrügereien in großen Stil verwickelt sein sollen.

Die Angestellten, mehr als fünf an der Zahl, mussten laut eines Berichts der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag) ihre Schreibtische und Büros räumen. Weitere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen, die Gespräche laufen noch, schreibt das Blatt.

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Die Deutsche Bank äußerte sich dazu nicht, verwies aber auf den von den neuen Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain verkündeten Kulturwandel. Nicht alles, was legal ist, sei auch legitim - man wolle keine Geschäfte mehr machen, unter denen der Ruf des Instituts leiden könnte. „Wir meinen es ernst“, sagte Jain kürzlich.

Die nun freigestellten Beschäftigten sollen mit einer internationalen Bande kooperiert haben, die den deutschen Fiskus beim Handel mit Verschmutzungsrechten (Kohlendioxid-Emissionen) um Hunderte Millionen Euro geschädigt hat. Über sogenannte Umsatzsteuer-Karusselle kassierten zahlreiche Firmen zu Unrecht Steuer-Erstattungen. Die Deutsche Bank war durch die Affäre zunehmend unter Druck geraten: Steuer-Rückzahlungen und ein Verzicht auf Steuer-Erstattungen kosteten das Institut bereits 300 Millionen Euro.

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt der Zeitung zufolge mindestens sieben Händler der Großbank, in die Affäre verwickelt zu sein. Einige dieser Händler waren vor einer Razzia der Strafverfolger im April 2010 gewarnt worden. Das Leck bei den Behörden konnte bis heute nicht gefunden werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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