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Das Berliner Landgericht verurteilte bereits am Dienstag einen 47-Jährigen Bosnier als Hauptverantwortlichen des Kartells in Deutschland. Foto: Paul Zinken

Mehr als 50 Beschuldigte

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

Berlin (dpa) - Berliner Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft das deutschlandweit größte bekannt gewordene Umsatzsteuerkartell zerschlagen. Mehr als 50 Beschuldigte sowie mehr als 50 Firmen sollen am Handel mit Kupfer am Fiskus vorbei beteiligt gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Es sollen Umsatzsteuern von mehreren 100 Millionen Euro hinterzogen worden sein.

Mindestens 100 000 Tonnen Kupfer sollen laut Anklagebehörde von Serbien nach Deutschland gebracht und über Scheinfirmen und -rechnungen an industrielle Abnehmer verkauft worden sein.

Das Berliner Landgericht verurteilte bereits am Dienstag einen 47-jährigen Bosnier als Hauptverantwortlichen des Kartells in Deutschland. Wegen Steuerhinterziehung von 2010 bis 2014 in Höhe von 68,2 Millionen Euro bekam er eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren, wie am Mittwoch weiter mitgeteilt wurde. Es ging demnach um 31 Taten.

Vermögen von mehr als 25 Millionen Euro sei eingezogen worden. Der Fall wurde laut Gericht wegen des Steuergeheimnisses erst jetzt mitgeteilt. Das Urteil ist laut Mitteilung noch nicht rechtskräftig. Der Mann ist laut Gerichtsangaben derzeit von der U-Haft verschont. Er hat bereits Revision gegen das Urteil eingelegt.

Die Ermittlungen begannen bereits 2014, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte. Es habe Durchsuchungen gegeben, Telefongespräche seien abgehört worden, verdeckte Ermittler seien unterwegs gewesen. In dem umfangreichen Komplex liefen noch weitere Strafverfahren. Einige seien aber bereits abgeschlossen. Weitere Einzelheiten wurden dazu zunächst nicht mitgeteilt.

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