Umsteigen auf günstigeren Kredit: Wie man niedrige Zinsen nutzt

- Die Zinsen sind derzeit im langjährigen Vergleich phänomenal günstig. Doch viele Kunden sitzen auf Krediten, die sie früher zu einem deutlich höheren Zinssatz abgeschlossen haben, als er heute üblich ist. Vor allem für Baufinanzierer, die gewöhnlich große Summen aufgenommen haben, kann es sich lohnen, genau nachzurechnen, ob ein Kreditvertrag abgelöst werden sollte. Auch die Sicherung der momentan niedrigen Zinsen für die Zukunft ist eine Überlegung wert.

<P>"Bei der Aufnahme eines Kredits ist es wie beim Kauf von Aktien: Den optimalen Zeitpunkt zum Einstieg erwischt man nur selten", schreibt das Ratgebermagazin "Finanztest" der Stiftung Warentest (August-Ausgabe). Besonders einfach ließen sich Kredite umschulden, die nicht durch eine Grundschuld oder Hypothek gesichert sind. Darlehen ohne Grundpfandrecht kann der Kreditnehmer laut Finanztest jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Genauso schnell würden Bauherren ein teures Darlehen mit variablem Zinssatz los. Mitunter stehe im Vertrag sogar eine noch kürzere Kündigungsfrist als die gesetzlichen drei Monate.</P><P>"Die in der Regel beste Alternative ist jetzt die Umschuldung zu einem Festzinsdarlehen mit einer Zinsbindung von mindestens zehn Jahren", so Finanztest.<BR>Wer trotz des Risikos steigender Zinsen an einem variablen Darlehen festhalten will, sollte zumindest eine Zinssenkung fordern oder zu einer billigere Bank wechseln. Die günstigsten Kreditinstitute böten variable Darlehen schon ab einem Zins von drei Prozent an.</P><P>Altkredite mit einer Zinsbindung von mehr als 10 Jahren, deren Auszahlung schon über 10 Jahre vorüber ist, können Kreditnehmer auch vor dem Ende der regulären Zinsbindung mit einer Frist von sechs Monaten kündigen.</P><P>Vorfälligkeit<BR>Ohne vertragliches oder gesetzliches Kündigungsrecht kann die Bank darauf pochen, dass der Kreditvertrag unverändert bestehen bleibt. Für eine Umschuldung dürfen die Kreditinstitute eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Schließlich haben sie den Kredit auch vorfinanziert und abgesichert.<BR>Ob sich eine Umschuldung am Ende auszahlt, hängt von der Zinsentwicklung und der Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ab.</P><P>Günstige Zinsen sichern<BR>Läuft die Zinsbindung in den nächsten vier Jahren aus, ist ein so genanntes Forwarddarlehen oft günstiger als eine Umschuldung. Mit dem Forwarddarlehen sichert sich der Kreditnehmer gegen einen Aufschlag die derzeit niedrigen Zinsen für die Zukunft. Das Forwarddarlehen lohnt sich nur, wenn die Hypothekenzinsen über diese Aufschläge hinaus steigen. Ob das so kommt, weiß niemand: Zinsen lassen sich genauso wenig vorhersagen wie Aktienkurse.</P><P>Bereitstellungszinsen<BR>Bis zu einem Jahr vor Ende der Zinsbindung kann man schon ein neues Darlehen für die Ablösung abschließen. Für das noch nicht in Anspruch genommene Darlehen werden Bereitstellungszinsen fällig, da die Bank das Darlehen selbst schon refinanziert und deshalb Kosten anfallen.</P><P>Weitere Kosten<BR>Bei einem Wechsel des Kreditinstitutes sind noch weitere Kosten zu kalkulieren. Zusatzkosten für die Grundschuldübertragung und möglicherweise auch für eine neue Wertermittlung müssen eingeplant werden.</P>

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