Umsteiger in der Duty-Free-Falle

- München -­ Die Angst vor Anschlägen mit Flüssigsprengstoff hat jetzt in ganz Europa Folgen. An allen Flughäfen gelten ab 6. November einheitliche Sicherheitsbestimmungen, nach denen die Mitnahme von Flüssigkeiten streng reglementiert wird. Nebeneffekt: Der Kauf von Duty-Free-Waren wird in vielen Fällen zum Abenteuer mit ungewissem Ausgang. "Kauf und Mitnahme von versiegelter Duty-Free-Ware weiterhin möglich", heißt es zwar in einer Erklärung der Flughafen München GmbH.

Ob aber der Cognac oder Whisky aus dem Duty-Free-Shop am Zielort ankommt, ist ungewiss.

Innerhalb der EU ­ in der zollfreie Einkäufe ohnehin nicht mehr möglich sind ­ gibt es eine Lösung: Die ­ in Wahrheit nicht zollfreien ­ Duty-Free-Waren werden versiegelt und zusammen mit dem Kaufbeleg (nur vom selben Tag) von allen Sicherheitskontrollen in der EU, so zumindest die Theorie, akzeptiert.

Bei wirklich zollfreien Einkäufen vor Flügen zum Beispiel in die USA sieht es anders aus. Da scheitert der Käufer möglicherweise schon beim extra für diese Flüge eingerichteten zweiten Sicherheitscheck vor den Gates.

Zwar hat die Flughafen München GmbH dafür gesorgt, dass hinter diesen Checks noch eingekauft werden kann. Doch dann droht die Umsteigefalle. Wer von München über Atlanta etwa in Richtung Florida fliegt, kann beim Umsteigen die erworbenen Flüssigkeiten gleich zurücklassen, weil sie den dortigen erneuten Sicherheitscheck fürs Handgepäck nicht überstehen. Genauso sieht es umgekehrt, beim Umsteigen in München aus. Wer beispielsweise von Singapur kommend nach Hamburg weiterfliegen will, bekommt die Duty-Free-Waren aus dem Stadtstaat nicht durch die Münchner Sicherheitskontrolle. Damit ist Duty-Free für Umsteiger praktisch abgeschafft.

Streng gehandhabt wird künftig auch die Mitnahme mitgebrachter Flüssigkeiten. Diese dürfen nur noch in Einzelbehältnissen mit einer Höchstfüllmenge von 100 Millilitern an Bord gebracht werden (Packungsaufdruck entscheidet). Darunter fallen nicht nur Flüssigkeiten, sondern beispielsweise auch Zahnpasta und Rasierschaum.

Außerdem müssen diese Behältnisse in einem transparenten und wiederverschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen transportiert werden. Die Behälter müssen, so die Erklärung des Münchner Flughafens, "leicht in den Beutel passen und dieser muss vollständig geschlossen sein". Verwendet werden können beispielsweise Gefrierbeutel. Für 50 Cent werden solche Beutel aber auch am Flughafen verkauft.

Eine Ausnahme gibt es lediglich für Medikamente oder Spezialnahrung (etwa Babynahrung oder Diabetikerkost), die während des Fluges aus medizinischen Gründen unbedingt benötigt werden. Auch diese Behältnisse müssen aber bei der Sicherheitskontrolle aus dem Handgepäck genommen und dem Personal vorgelegt werden.

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