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Umweltfreundliche Produktion

Umweltfreundliche Produktion

Wie Unternehmen und Hersteller heutzutage Energie und Ressourcen sparen

Schon seit einigen Jahrzehnten steht die heutige Gesellschaft einer der wohl größten Herausforderungen der Menschheitsgeschichte gegenüber: den stetig steigenden Umweltbelastungen, die mittlerweile globale Ausmaße angenommen haben.

Zwar steigt das Wissen über ökologische Zusammenhänge, dennoch sind sich viele Menschen nicht bewusst über das Ausmaß und die damit einhergehende Bedrohung. Um der Lage Herr zu werden, werden auch Unternehmen in die Pflicht genommen und orientieren sich an umweltfreundlichen und ökologischen Konzepten. Dazu zählt auch die ökologieorientierte Produktion, die mithilfe verschiedenster Richtlinien und Regelungen umgesetzt werden soll. 2009 wurde in diesem Zusammenhang beispielsweise die Ökodesign-Richtlinie als europäischer Rechtsrahmen festgelegt, die fortan die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte überwachen sollte. Dabei steht nicht nur das Produkt selbst, sondern dessen kompletter Lebensweg im Fokus. Sie sieht Mindestanforderungen für verschiedene Produktgruppen vor und beeinflusst so unter anderem den Strommarkt, Maschinen innerhalb von Fabriken oder den Einsatz von technischen Geräten wie TV oder Computer. Abseits dessen gibt es mittlerweile aber noch viele weitere Wege, um als Unternehmen nachhaltig und verantwortungsvoll zu handeln.

Der Verbraucher wünscht sich Nachhaltigkeit

Während Verbraucher immer sensibler mit dem Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit umgehen, so ist es aktuell trotz allem noch immer verhältnismäßig schwer, nachhaltige Produkte zu finden. Viele Firmen erfüllen ihre Auskunftspflicht lediglich nach den gesetzlichen Mindestanforderungen. So erfahren Verbraucher oft nur über Umwege, ob ein Produkt ohne Tierversuche auskommt und unter Berücksichtigung sozialer Nachhaltigkeit hergestellt wurde. Um sicherzugehen, dass ein bestimmter Artikel den eigenen Ansprüchen genügt, können jedoch verschiedene Siegel zurate gezogen werden. Sie kennzeichnen Produkte als nachhaltig, dennoch ist selbst hier Vorsicht geboten – denn ein Siegel ist immer nur so gut wie seine Bewertungskriterien und einen einheitlichen Standard gibt es bisher nicht. Grundsätzlich ist es jedoch so, dass ein nachhaltiges Leben und Konsumieren kaum möglich ist, wenn der Verbraucher nicht selbst aktiv wird, Informationen sucht und genau hinschaut.

Tatsächlich werden Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und soziale Verantwortung jedoch auch für Unternehmen immer wichtiger – denn für sie spielt die CSR, die sogenannte Corporate Social Responsibility, eine immer größere Rolle. Sie sorgt letztendlich dafür, wie ein Unternehmen in der Bevölkerung wahrgenommen wird, ob es einen positiven Ruf oder und ob es mit der Konkurrenz mithalten kann.

Nachhaltige Produktion in verschiedenen Bereichen

  • Grundlegende Arbeitsprozesse optimieren: Während einige Unternehmen und Hersteller darauf achten, dass ihre Produkte nur nachhaltige Rohstoffe enthalten oder auch gewisse soziale Standards – etwa faire Löhne – gewährleisten, so legen andere Unternehmen Wert darauf, den gesamten Produktionsprozess einzubeziehen. Dienstleister wie Diedruckerei.de haben sich beispielsweise mithilfe moderner Produktions-, Mess- und Regeltechnik darauf spezialisiert, möglichst wenige Arbeitsschritte zu benötigen und können auf diesem Weg sowohl Material als auch Treibhausemissionen einsparen. Zudem werden alle entstehenden Abfallprodukte soweit wie möglich dem Recycling zugeführt. Ebenfalls interessant: bereits vorhandene Energieressourcen wie die Abwärme von Maschinen werden automatisch weiterverarbeitet, sodass keine Zusatzenergie für verschiedenste Arbeitsprozesse notwendig wird.
  • Nahrungsmittel: Einfacher gestaltet sich die Nachhaltigkeit mittlerweile im Nahrungsmittelbereich, in dem Produkte immer häufiger aus regionalem Anbau stammen oder als Fair-Trade- oder Bio-Produkt ausgezeichnet werden. Zudem herrscht gerade in diesem Bereich ein regelrechter Trend hin zum ökologischen Produkt, der auch die Hersteller mobilisiert. Einige Supermärkte gehen mittlerweile sogar einen Schritt weiter und verzichten gänzlich auf Verpackungen. Erst im März 2016 meldete beispielsweise ein Supermarkt in Hannover ein entsprechendes Patent an und geht somit einen weiteren Schritt in Richtung Umweltfreundlichkeit. Erhältlich sind in dem „Loseladen“ von Michael Albert alle Dinge, die zum täglichen Leben benötigt werden, angefangen bei Lebensmitteln über umweltfreundliche Hygieneartikel und vieles mehr – auf den Einsatz von Plastik wird dabei vollständig verzichtet. Wie das Konzept funktioniert, erklärt Inhaber Albert in einem Interview. Ähnliche Umsetzungen gibt es übrigens auch in anderen Städten, etwa Berlin, Kiel, Leipzig oder Heidelberg.
  • Bekleidungsindustrie: Schwieriger gestaltet sich die Suche nach einem nachhaltigen Produkt in der Kleidungsindustrie, zumal es hier immer wieder zu handfesten Skandalen kommt. Angefangen bei den Textilfabriken in Bangladesch über den immer noch stark florierenden Echtpelz-Handel gilt die Branche insgesamt als wenig nachhaltig, wenngleich es auch hier zahlreiche Ausnahmen gibt. Zu nennen ist hierbei vor allem der Handel mit Second-Hand-Kleidung, der gemeinsam mit dem Bio-Trend einen neuen Aufschwung erlebt. Generell treffen in der Bekleidungsindustrie vor allem zwei Begriffe aufeinander, die sowohl für den Verbraucher als auch den Hersteller interessant sind: Slow Fashion und Fast Fashion.
  • Entsorgung: Eine wesentliche Rolle spielt auch die Entsorgung. Da Hersteller in immer kürzeren Abständen neue Produkte auf den Markt bringen, wächst die Menge an aussortierten Vorgängermodellen. Dies gilt insbesondere für den Elektronikmarkt. Mehr und mehr große Marken haben sich jedoch darauf eingelassen, umweltfreundliche Materialien für ihre Produkte zu verwenden, die sie vor wenigen Jahren noch ungeeignet für Smartphone und Co. hielten. Durch nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben ist es heutzutage jedoch möglich, ein solides Bioplastik zu erstellen. Dieses ist zwar noch nicht vollständig nachhaltig, kann vorhandene Emissionen allerdings bereits erfolgreich eindämmen. Teilweise etabliert haben sich die biologisch abbaubaren Bioplastik-Produkte auch bei Verpackungen, Tüten oder Müllbeuteln. Vollständig durchsetzen konnten sich die Biostoffe zwar noch nicht, laut einer Marktanalyse aus dem Jahr 2013 wurde bis 2020 jedoch immerhin ein Marktanstieg von drei Prozent prognostiziert. Wissenschaft und Industrie forschen derzeit intensiv und bemühen sich um weitere Lösungen einer umweltfreundlichen Entsorgung und Müllvermeidung.

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