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Das Reinigungsergebnis ist im Test gut bis sehr gut. Beim Trocknen hapert es aber. Die besseren Geräte punkten mit geringen Verbrauchswerten.

Geschirrspüler: Umweltschutz kostet viel Zeit

München - Alle Geschirrspüler spülen gut, ergab der jüngste Test der Stiftung Warentest. Allerdings sind nur die Besten wirklich umweltfreundlich.

Alle 15 Geschirrspüler, die die Zeitschrift „test“ unter die Lupe genommen hat, können sich beim Spülergebnis sehen lassen. Die Trennlinie verläuft beim Umweltschutz. Die besten Maschinen benötigen sehr wenig Strom und Wasser.

Testsieger (Note 1,8) wurde die Bosch SMV69M80EU für durchschnittlich 775 Euro. Sie ist baugleich mit Siemens SN66M098EU und Neff S51N69X3EU/GV669. Auf Platz 2 folgt die Miele G5660 SCVi (Note 1,9/1200 Euro). Es folgen zwei günstigere Siemens-Geräte für 580 bis 675 Euro (Note 2,0) vor dem Bko DIN 6831 FX (Note 2,1), dem mit 500 Euro günstigsten Gerät mit guter Bewertung.

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Die Umwelteigenschaften der Geräte, also vor allem der Strom- und Wasserverbrauch, hängen aber stark vom Nutzer ab. Denn nicht alles, was logisch erscheint, ist tatsächlich richtig.

Bis zu drei Stunden im Sparprogramm

Die Logik, dass ein Geschirrspüler im Kurzprogramm wenig Strom und Wasser verbraucht, stimmt nicht. Richtig ist das Gegenteil: Kurzprogramme verbrauchen am meisten. Sparprogramme sparen dagegen wirklich. Die Anbieter nennen sie Eco oder Bio, und sie liegen den Verbrauchsangaben auf dem Gerät zugrunde. Schaltet der Nutzer das Sparprogramm ein, braucht er jedoch viel Geduld. Meist dauert es rund drei Stunden, bis das Geschirr fertig ist.

Doch Geduld zahlt sich aus. Das Sparprogramm dauert zwar lange, es erzielte im Test aber meist das beste Reinigungsergebnis, und das mit dem geringsten Strom- und Wasserverbrauch. Das Kurzprogramm verbraucht meist deutlich mehr.

Die höchsten Steigerungsraten beim Absatz von Geschirrspülern verzeichnen vollintegrierbare Einbaugeräte. Die fügen sich perfekt in die Küchenzeile ein und sind als Elektrogerät nicht erkennbar. 18 Modelle dieser Produktgruppe wurden für den Test ausgewählt. Allerdings sind teilintegrierbare Einbaugeräte mit diesen Modellen weitgehend baugleich. Sie erweitern das Testfeld um 12 Geräte. Der einzige Unterschied ist die sichtbare Bedienblende, die sich bei den vollintegrierten Modellen in der Türoberkante befindet.

Beim Trocknen gibt’s nur Mittelmaß

Während die geprüften Maschinen die Geschirrreinigung mit Bravour beherrschen – die meisten schaffen das sehr gut –, zeigen viele beim Trocknen leichte Schwächen. Die Energieeinsparung fordert hier wohl auch einen kleinen Tribut. Da hilft auch modernste Technik nicht viel. Bosch und Siemens setzen bei ihren Topgeräten zum Beispiel auf das natürliche Mineral Zeolith, das Feuchtigkeit und Wärme abwechselnd speichern und wieder abgeben kann. Es wird bei jedem neuen Spülgang regeneriert und soll ein Geschirrspülerleben lang halten. Miele hat sich die „AutoOpen-Trocknung“ patentieren lassen. Am Ende des Spülprogramms öffnet sich die Tür des Geschirrspülers automatisch, was für eine perfekte Trocknung sorgen soll. Im Test war das Ergebnis aber nur befriedigend.

Vor Wasserschäden braucht man sich bei den meisten geprüften Geräten nicht zu fürchten. Nur die Maschine von Whirlpool ist nicht gegen einen platzenden Zulaufschlauch abgesichert. Aqua-Stop-Systeme mit doppelwandigem Zulaufschlauch und Sicherheitsventil bieten ansonsten einen guten Schutz.

Vorspülen meist überflüssig

Auch bei der Handhabung gibt es keine großen Unterschiede. Die Geschirrkörbe der teureren Modelle sind oft stabiler, variabler zu bestücken und sie laufen leichter. Gravierend ist das aber nicht. Geschmacksache auch, ob das Besteck in einem Korb oder auf einer Schublade verstaut wird.

Dafür sollten Nutzer möglichst darauf achten, dass die Maschine wirklich voll ist, wenn man sie einschaltet. Man sollte nur große Speisereste in den Abfall entsorgen. Vorspülen von Hand ist dagegen unnötig – vor allem weil der zusätzliche Wasser- und Energieverbrauch die Umweltbilanz trübt.

Preisvorteil für Pulver

Die meisten Nutzer nehmen die bequeme Tablette. Das ist praktisch, aber teuer. Billiger und teilweise sogar besser sind Pulver. Pulver kostet nur drei Cent pro Spülgang. Wer die Maschinen fünfmal in der Woche einschaltet, spart mit Pulver bis zu 50 Euro im Jahr.

Multi-Tabs mit Reiniger, Klarspüler und Salz enthalten vermeintlich alles, was man zum Spülen braucht. Doch bei Wasser ab 21 Grad deutsche Härte (fragen Sie beim Wasserwerk) reichen Klarspüler und Salz in den Tabs nicht mehr aus. Dann muss beides noch einmal dazugegeben werden.

mm

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