Umwelttechnologie: Deutschlands führende Rolle ist in Gefahr

- München - In kaum einer Branche liegt Deutschland so klar an der Weltspitze, wie in der Umwelttechnologie. Das bestätigte Detlev Gantenberg, Geschäftsführer der Messe München, im Vorfeld der einschlägigen Fachmesse IFAT 2005. Doch auch hier droht der Standort an Boden zu verlieren. Grund dafür ist Kleinstaaterei.

<P class=MsoNormal>So liegen Wasserversorgung sowie Abwasser- und Müllentsorgung in Deutschland in der Hand tausender Kommunalbetriebe. Deren Leistungen sind zwar anerkannt und in vielen Bereichen vorbildlich, doch sie sind nicht in der Lage, Leistungen weltweit anzubieten.</P><P class=MsoNormal></P><P class=MsoNormal>Doch in diesen Bereichen entsteht in vielen Ländern ein bedeutsamer Markt, auf dem deutsche Kommunalbetriebe - etwa zur Trinkwasserversorgung - nicht vertreten sind. Beim Thema Wasser sind die beiden (Staats-)Unternehmen, die sich in Frankreich die Ver- und Entsorgung des ganzen Landes aufgeteilt haben, weltweit führend.</P><P class=MsoNormal>In Osteuropa sieht Gantenberg einen gewaltiges Betätigungsfeld für Unternehmen mit dem Spezialgebiet Umwelttechnologie. Aber auch in Asien und Amerika wachse die Nachfrage. Megastädte wie Schanghai, Bombay oder Mexiko, in denen bereits heute die Hälfte der Weltbevölkerung lebt, seien Brennpunkte mit gewaltigen Herausforderungen etwa beim Energie- und Wassermanagement.</P><P class=MsoNormal>Was zu einer Lösung der Umweltprobleme beitragen kann, soll auf der IFAT in München gezeigt werden. Zwar sind die Deutschen mit 1561 (2002: 1523) Ausstellern nach wie vor die größte Gruppe. Doch aus anderen Ländern kommen nun 652 Aussteller. 2002 waren es noch 516. Der Zuwachs beträgt also mehr als 25 Prozent. Gantenberg nennt vor allem Frankreich, Großbritannien, Italien, die Türkei, die USA und Tschechien. Vor allem die Osteuropäer nehmen sich des Themas an. Tschechien legt bei den Ausstellerzahlen um 50 Prozent zu. "Vor einigen Jahren waren die noch nicht da", sagt Gantenberg. Jetzt stellen sie bedeutende Aussteller.</P><P class=MsoNormal>Doch auch die "Global Player" unter den deutschen Konzernen erkennen die Bedeutung der Umwelttechnologie. Siemens etwa plant seine Aktivitäten im Bereich Wasseraufbereitung auszubauen. Der neue Konzernchef Klaus Kleinfeld wird gemeinsam mit dem bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf am kommenden Sonntag die IFAT 2005 eröffnen.</P><P class=MsoNormal>Unterdessen rollt auf viele Deutsche eine Kostenlawine beim Umweltschutz zu. Ist es bisher möglich, Müll auf Deponien zu kippen, ist es ab 1. Juni mit dieser billigen, aber besonders schädlichen Form der Entsorgung vorbei. Eine entsprechende Übergangsfrist der Technischen Anleitung Siedlungsabfall vom Mai 1993 läuft zum 1. Juni aus. Erst wird sortiert und das Unbrauchbare verbrannt. Nur die Schlacke, die übrig bleibt, darf noch auf die Deponie. </P><P class=MsoNormal>Vor allem gewerbliche Billig-Entsorger werden zur Kasse gebeten. Bis zu 300 Prozent sollen nach Angaben der Entsorgungsfirma Remondis die Kosten steigen, wenn Müll bisher unbehandelt deponiert wurde. Doch mit in Zukunft um 15 bis 30 Prozent höheren Kosten muss auch rechnen, wer Müll bereits bisher teuer verbrennen ließ.</P>

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