Umzug nach China?

- München - Der letzten Ski-Produktion in Deutschland droht das Aus. "Wir befürchten, dass die Verlagerung der Fertigung von Straubing nach China bereits beschlossene Sache ist", sagte Heinz Hausner von der IG Metall am Freitag in München. Die Verhandlungen über einen weiteren Lohnverzicht der Beschäftigten steckten fest.

Völkl bestätigte, dass die Lohnkosten noch einmal um 20 Prozent gesenkt werden sollen. Ziel sei es aber, gemeinsam mit den Mitarbeitern den deutschen Standort zu sichern.<BR><BR>Völkl gehört zu den weltweit bekanntesten Ski-Fabrikanten. Zuletzt kam das Unternehmen auf einen Weltmarktanteil von etwa zehn Prozent. Nach der Übernahme durch den US-Konzern K2 wurde bereits die Snowboard-Fertigung nach China verlagert. Betriebsrat und Gewerkschaft gehen davon aus, dass die Skiproduktion bald folgt und der Sitz in Straubing nur noch für Marketing und Entwicklung genutzt wird. In einem ersten Schritt habe die Geschäftsführung 150 Entlassungen für das Frühjahr angekündigt, falls die Lohnkosten nicht um 20 Prozent gedrückt werden können. Die Arbeitnehmer haben bisher einen Verzicht auf etwa fünf Prozent geboten. "Wir verzichten seit zwölf Jahren", sagt der Betriebsratsvorsitzende Ernst Schiller. "Die Mitarbeiter leben inzwischen am untersten Level." Derzeit sind noch 530 Menschen bei Völkl in Straubing beschäftigt.<BR><BR>Völkl-Chef Christoph Bronder verwies darauf, dass die Konkurrenten in Österreich um 27 Prozent niedrigere Lohnkosten hätten. "Bei diesen drastischen Lohnunterschieden schon zum nahen Österreich müssen wir heute reagieren, um mittelfristig eben nicht den Standort Straubing, mit einer der modernsten Technologie- und Produktionsstätten, zu gefährden." Die IG Metall bestritt dagegen den hohen Lohnkostenvorteil in Österreich. Hausner warf Bronder Gier vor. "Die Menschen werden nur noch als lästiges Produktionsmittel gesehen." Nach Einschätzung der Gewerkschaft ist eine Verhandlungslösung nicht mehr möglich. "Alle Anzeichen gehen in die Richtung, dass das letzte Kapitel Völkl in Straubing geschrieben wird." 

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