Unfallrisiko Herbstlaub: Mieter und Eigentümer in der Haftung

- "Glatteis ohne Frost" nennen Haftpflichtversicherer das Herbstlaub auf Bürgersteigen. Die bunten Blätter, die nun allmählich von den Bäumen fallen, bilden besonders bei Nässe unter dem Druck von Schuhsohlen eine glitschige Schicht. Die Rutschgefahr besteht 24 Stunden, die Haftung ebenso. Das sollten Hauseigentümer, aber auch Mieter beachten.

<P>Wie bei der winterlichen Räum- und Streupflicht besteht im Herbst die Pflicht dafür zu sorgen, dass die Gehsteige für Fußgänger gefahrlos zu begehen sind.</P><P>Anspruch an Vermieter</P><P>Im Regelfall haben die Gemeinden die Pflicht zum Kehren der Bürgersteige auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übertragen. Die Eigentümer wiederum vereinbaren üblicherweise mit ihren Mietern, dass diese für "Sauberkeit auf dem Bürgersteig" zu sorgen haben; sie wohnen schließlich näher am gefahrbringenden Objekt. Doch rein rechtlich bleibt zunächst der Vermieter verantwortlich dafür, dass vor seinem Haus alles mit rechten Dingen zugeht. Ein "laubgeschädigter" Passant kann sich also an den Vermieter halten, der wiederum auf den beauftragten Mieter zurückgreifen kann.</P><P>Alte Eigentümer haften</P><P>Komplexe mit Eigentumswohnungen sind ein besonderer Fall. Hier sind alle Wohnungseigentümer gemeinsam verpflichtet, dass vor ihrem Anwesen nichts Schlimmes passiert. Ein verunglückter Fußgänger kann sich demnach mit berechtigten Ansprüchen an allen Eigentümern schadlos halten. Er kann sich sogar einen von ihnen "aussuchen"; mag dieser dann zusehen, wie er das Geld von den übrigen Eigentümern zurückerhält. Die Haftung der Eigentümer besteht sogar dann, wenn Bewohner von Eigentumswohnungen des Hauses gar nicht gleichzeitig Eigentümer, sondern lediglich Mieter sind.</P><P>Die "Haftpflicht" zahlt</P><P>Wie kann man sich gegen Schadenersatzforderungen von Fußgängern, die sich verletzt haben, versichern? Die Privathaftpflichtversiche-rung hilft Besitzern von selbst genutzten Eigenheimen, Eigentums- und Ferienwohnungen; für Besitzer von Mehrfamilienhäusern oder von vermieteten Einfamilienhäusern tritt deren Haus- und Grundeigentümer-Haftpflichtversicherung ein. Und der Mieter? Für ihn kann es wichtig sein, über eine Privathaftpflichtversicherung zu verfügen - für den Fall, dass er vom Vermieter (oder dessen Versicherung) schadenersatzpflichtig gemacht wird, weil er seiner - aus dem Mietvertrag resultierenden -Pflicht nicht nachgekommen ist, den "Bürgersteig begehbar" zu halten.</P><P>Schuld beim Opfer?</P><P>Zum Umfang solcher Bemühungen kommt es - wie immer - auf den Einzelfall an. Türmt sich das Laub, so muss häufiger gekehrt werden. Andererseits ist es den Hausbesitzern oder Mietern nicht zuzumuten, den ganzen Tag "Besen bei Fuß" zu stehen. Und das bedeutet: Nicht jeder Unfall auf laubbedecktem Boden zieht automatisch Schadenersatzansprüche der "Gefallenen" nach sich. Entsteht darüber Streit, so prüfen die Richter, ob nicht ein zu sorgloses (unvernünftiges) Verhalten des Fußgängers zum (Un-)Fall geführt haben könnte.<BR></P>

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