UniCredit vor Drei-Viertel-Mehrheit bei der HVB

- München/Wien - Die italienische Großbank UniCredit hat eine Drei-Viertel-Mehrheit bei der geplanten Übernahme der HypoVereinsbank schon so gut wie sicher. Am Freitag entschied die Wiener AVZ-Stiftung, die Übernahmeofferte der Italiener anzunehmen. Die Stiftung hält rund vier Prozent der HVB-Aktien. Damit dürfte der Anteil der HVB-Aktionäre, die ihre Papiere in UniCredit-Anteile tauschen, bereits bei 75 Prozent liegen. Dies wird den Einfluss der Italiener zum Beispiel bei Satzungsänderungen vergrößern. HVB-Chef Dieter Rampl kündigte an, nach einer Konsolidierungsphase sei die neue Großbank an Akquisitionen in Deutschland interessiert.

Einer Finanzanzeige in der "Börsen-Zeitung" (Freitagausgabe) zufolge haben bisher 52,46 Prozent der HVB-Aktionäre ihre Anteile umgetauscht. Darin ist nach Informationen aus Finanzkreisen das 18,3-prozentige Paket der Münchener Rück, dem größten HVB-Aktionär, noch nicht enthalten. Mit den vier Prozent der AVZ kommt UniCredit demnach auf knapp 75 Prozent der Anteile. Die Frist für das Angebot endet am kommenden Montag (24. Oktober). UniCredit bietet fünf eigene Aktien je HVB-Anteilsschein.

Rampl sagte in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt", er sei mit der Marktposition in Deutschland noch nicht zufrieden.

"Wenn wir nach einiger Zeit neu aufgestellt sind und unser Eigenkapital aus eigener Kraft gestärkt haben, werden wir bei guten Gelegenheiten weiter zukaufen, um unseren Marktanteil auszubauen." Er kündigte außerdem an, dass Firmenkundenvorstand Johann Berger nach der Übernahme im Konzernvorstand möglicherweise Verantwortung für das Immobiliengeschäft übernehmen könnte. Berger war zuvor als UniCredit-Firmenkundenvorstand im Gespräch, dies wird nun aber der Italiener Vittorio Ogliengo.

Rampl räumte Probleme beim Investmentfonds Euro Immoprofil ein, der fast nur deutsche Immobilien enthält. "Das ist strukturell natürlich nicht ideal." Die HVB werde den Fonds unterstützen, um ihn internationaler auszurichten. Das Jahresziel der HVB von acht bis neun Prozent Eigenkapitalrendite sei dadurch aber nicht gefährdet.

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