Unicredit: Weitere Zukäufe in Deutschland möglich

- München - Nach der Übernahme der HypoVereinsbank prüft UniCredit in Deutschland weitere Zukäufe. Für die Berliner Bank hat die italienische Großbank bereits vor mehreren Tagen ein unverbindliches Angebot abgegeben. "Wo wir niedrige Marktanteile haben, wollen wir weiter wachsen", sagte Konzernchef Alessandro Profumo sagte der "Süddeutschen Zeitung". Zukäufe sind nicht ausgeschlossen."

Nach den jüngsten Turbulenzen bei der HVB will Profumo nun schnell für Ruhe sorgen: "Ohne motivierte Mitarbeiter geht es nicht. Unser oberstes Ziel ist es deshalb, wieder für Ruhe zu sorgen." Der Weggang einiger Vorstände habe viel Unsicherheit in die Mannschaft gebracht, sagte dazu der neue HVB-Chef Wolfgang Sprißler der Zeitung. "Und die Gründe für das Ausscheiden der Vorstandskollegen sind für mich auch letztlich nicht nachvollziehbar."

Es habe auch einen Verlust im Privatkundengeschäft gegeben. Zu Spekulationen, die Ausgeschiedenen seien über zu viele direkte Eingriffe aus Mailand verärgert gewesen, sagte Sprißler: "Diese Gerüchte kann ich nicht nachvollziehen. Die Zusammenarbeit mit den italienischen Kollegen ist offen und professionell."

Mit Blick auf Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Deutschlandgeschäfts der HVB sagte Profumo: "Das sind Spekulationen, die keine Substanz haben." Deutschland sei "der Schlüsselmarkt für die gesamte Unicredit-Gruppe. Wir wollen wachsen. Wir sitzen alle in einem Boot und haben alle unsere Reputation mit dem Erfolg dieser Transaktion verbunden."

Zugleich ging der UniCredit-Chef in der Auseinandersetzung mit den polnischen Behörden in die Offensive. Dort wird derzeit die Fusion der beiden Konzernbanken BPH und Bank Pekao blockiert. "Die Kartellfrage ist von der EU-Kommission eindeutig zu unseren Gunsten entschieden worden", sagte Profumo. Die beim Kauf der Bank Pekao vereinbarte Wettbewerbsklausel sei nicht anwendbar und würde im übrigen gegen EU-Recht verstoßen. Profumo rechnet nicht damit, dass eine der beiden Institute verkauft werden muss.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Dank der langen Geschichte ist Jeep ein wertvoller Teil des Fiat-Chrysler-Konzerns. Der chinesische Hersteller Great Wall hat nun offizielle Interesse an der …
Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Die Justiz in München und den USA hat den Audi-Ingenieur P. in der Dieselaffäre ins Visier genommen. Der packt aus. Für seine Verteidiger ist die Sache klar - für die …
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Große Verwunderung gab es am Samstag in der Hamburger Hafencity. Dort war ein Edeka-Supermarkt wie leer gefegt - und das mit Absicht. 
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor
Dallas/San Diego (dpa) - Der US-amerikanische Starinvestor Warren Buffett hat beim Bieterwettkampf um den texanischen Stromanbieter Oncor den Kürzeren gezogen.
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor

Kommentare