Unicredito im Visier der Ratingagenturen

- München - Die geplante Übernahme der HypoVereinsbank könnte für die italienische Unicredito teurer werden als bisher bekannt. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, schreibt das österreichische Übernahmerecht eine Kaufofferte in bar für die freien Aktionäre der HVB-Tochter Bank Austria vor. 22,5 Prozent der Bank Austria sind in Streubesitz. Der Kauf dieser Aktien würde die Unicredito zusätzlich 2,6 Milliarden Euro kosten.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's habe die Unicredito wegen des möglichen Erwerbs der kapitalschwachen HVB bereits auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Herabstufung gesetzt. Für die Übernahme der HVB-Gruppe ist ein Aktientausch in einer Größenordnung von 16,5 Milliarden Euro im Gespräch. "Ein Aktientausch wie in Deutschland geht in Österreich nicht. Da ist das österreichische Gesetz viel präziser", sagte der Sprecher des österreichischen Kleinanlegerverbands, Wilhelm Rasinger.<BR><BR>Die römische Zeitung "La Repubblica" berichtet indes, dass die Fusion bereits am kommenden Sonntag in einer außerordentlichen Verwaltungsratssitzung des Mailänder Geldinstituts bekannt gegeben werden könnte. Bankchef Alessandro Profumo halte sich zur Klärung der letzten Details mit seinen HVB-Kollegen bereits in Deutschland auf, hieß es.<BR><BR>Unterdessen hätten die Großaktionäre der Unicredito bereits am Vortag der Fusion zugestimmt. Die Aktionäre, die an dem Treffen teilgenommen hatten, hielten zusammen rund 25 Prozent an der größten Bank Italiens.<BR>Unicredito-Präsident Carlo Salvatori hatte bereits durchblicken lassen, dass er im Falle einer Einigung seinen Platz für HVB-Chef Dieter Rampl freimachen würde.

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