Unicredito will 16 Milliarden Euro für die HypoVereinsbank zahlen

- München - Die HypoVereinsbank geht in die Woche der Wahrheit. Auf allen Ebenen laufen derzeit die Verhandlungen über eine Fusion mit der italienischen Unicredito. Dabei kommen die Banken offenbar voran.

<P>"Es sind noch keine Anhaltspunkte aufgetaucht, dass es an einem entscheidenden Punkt kracht", hieß es in Finanzkreisen. Eine Entscheidung werde sicherlich noch im Juni fallen. Nach Informationen der bankennahen "Börsen-Zeitung" will Unicredito die Verhandlungen Ende dieser Woche abschließen.<BR><BR>In Verhandlungskreisen wird zwar betont, dass es keinen Zeitdruck gebe und ein Zurück noch möglich sei. Durch die offizielle Bestätigung der Verhandlungen in der vergangenen Woche ist der Druck auf HVB-Vorstandssprecher Dieter Rampl und Unicredito-Chef Alessandro Profumo allerdings mächtig gewachsen. Falls Rampl und Profumo die Verhandlungen abbrechen müssten, seien beide beschädigt.<BR><BR>Spannend dürfte die Diskussion im Aufsichtsrat der HypoVereinsbank werden. Schon die Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium sind nicht einer Meinung. Während eine Übernahme durch Unicredito für Klaus Grünewald von der Gewerkschaft Verdi keinesfalls die beste Lösung ist, sieht Hanns-Peter Kreuser vom Deutschen Bankangestellten-Verband eine mögliche Fusion als Befreiungsschlag an.<BR><BR>Im Hintergrund steht Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass er die Selbstständigkeit als die bessere Lösung ansieht", heißt es in Bankenkreisen. Auch einen Zusammenschluss mit der Commerzbank würde Schmidt vorziehen, heißt es. Dafür hat er laut Spiegel versucht, die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gegen Rampls Pläne zu mobilisieren. Allerdings dürfte das schwierig werden, denn bei einem Zusammenschluss mit der Commerzbank stehen mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel als bei der Übernahme durch Unicredito.<BR><BR>Gewichtiger noch: "Die Münchener Rück bejaht das", hieß es in Finanzkreisen zu den Rampl-Plänen. Daher werde auch Schmidt wohl nicht versuchen, die Übernahme zu verhindern, falls die Verhandlungen erfolgreich sind. Doch immerhin eine Sondersitzung des Aufsichtsrates am 13. Juni zu den Plänen hat Schmidt laut Spiegel durchsetzen können.<BR><BR>In Verhandlungskreisen wird betont, dass die Übernahme noch an vielen Punkten scheitern könnte. Allerdings zeichnen sich zumindest die Kaufmodalitäten bereits ab. Unicredito will die Übernahme möglichst komplett mit eigenen Aktien finanzieren. "Alles andere würde das Eigenkapital verringern, daran ist niemand interessiert." Aus den Aktienkursen der beiden Unternehmen ergibt sich, dass es für eine HVB-Aktie fünf Unicredito-Anteilsscheine geben könnte. Dies würde einem Übernahmepreis von etwa 22 Euro je Aktie oder insgesamt 16 Milliarden Euro bedeuten.<BR><BR>Ein heikles Thema ist in den Verhandlungen vorerst weitgehend ausgespart: Die Personalien. Zwar dürfte die Zukunft Rampls schon ausgehandelt sein. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" soll er die operative Verantwortung abgeben und Chairman der Unicredito-Gruppe werden. Dies entspricht der Position eines deutschen Aufsichtsratsvorsitzenden, während Unicredito-Chef Profumo weiterhin die Geschäfte führt. Ansonsten aber sollen die Verhandlungen über die richtige Strategie nicht mit Personalien belastet werden.<BR><BR><BR></P>

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