Unis: Comeback des "Dipl-Ing."

Berlin - Die neun technischen Universitäten wollen den Grad “Diplom-Ingenieur“ als deutsches Markenzeichen für ihre Absolventen zurück - nicht aber von den neuen gestuften Bachelor- und Masterstudiengängen abrücken.

Auch ein Sprecher des Bundesbildungsministerium bestätigte am Montag, Ziel sei vor allem der Erhalt des weltweit anerkannten akademischen Titels “Dipl.-Ing.“. Dieses werde von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ausdrücklich unterstützt.

Am Wochenende hatte eine Meldung für Irritationen gesorgt, die neun Technischen Universitäten (TU9) wollten zehn Jahre nach Einführung der Bachelor-/Masterabschlüsse zu den Strukturen des früheren Diplomstudium zurückkehren. “Wir wollen den akademischen Grad Diplom-Ingenieur wiederhaben“, sagte der Präsident des Zusammenschlusses der technischen Hochschulen und Rektor der RWTH Aachen, Ernst Schmachtenberg, der Deutschen Presse-Agentur in Aachen. Die TU9 wolle aber die Struktur der Bachelor- und Masterstudiengänge nicht antasten.

Beim Titel müsse die Kultusministerkonferenz nachkorrigieren. Das Diplom sei ein weltweit anerkannter Qualitätsbegriff wie das “Made in Germany“ in der Industrie, sagte Schmachtenberg. “Wir sehen in dem Diplom-Ingenieur ein Label für die deutsche Ausbildung von Ingenieuren“. Absolventen mit dem Titel hätten auf dem Arbeitsmarkt eindeutig einen Wettbewerbsvorteil. Der Master of Science unterscheide nicht mehr zwischen einem Physiker, Chemiker, Germanisten und Ingenieur. Der Berufsbezug sei in dem akademischen Grad nicht mehr erkennbar.

Der Sprecher des Bundesbildungsministeriums sagte, der deutsche Titel “Dipl.-Ing.“ habe weltweit einen guten Klang. Es sei Zeichen des Selbstbewusstseins der Universitäten, wenn sie an diesem Titel festhalten wollten. Der Bund ist nach der Föderalismusreform von 2006 weiterhin für die Regelung der akademischen Abschlüsse wie für die Zulassung zum Studium zuständig. Schavan hat allerdings bislang auf ein Bundesgesetz verzichtet.

dpa

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