Unsicherheit in der Wirtschaft wächst - Aufschwung hält aber noch

München - Die weltweiten Konjunktur-Risiken bereiten auch der bayerischen Wirtschaft zunehmend Sorgen.

Noch halte der Aufschwung im Freistaat zwar an, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), Reinhard Dörfler, am Montag in München. Der überwiegende Teil der Unternehmen sei für die kommenden zwölf Monate optimistisch. Die Unsicherheit der Wirtschaft nehme aber zu und die Wachstumsraten seien rückläufig, ergab eine Umfrage unter mehr als 3000 Unternehmen aus dem Freistaat. "Damit wird die positive Dynamik auf dem bayerischen Arbeitsmarkt nachlassen und gleichzeitig die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sinken."

Die einzelnen Branchen schätzten bei der Umfrage ihre derzeitige Geschäftslage und ihre Zukunftsaussichten unterschiedlich ein. Skeptisch hätten sich vor allem konsumnahe Wirtschaftszweige wie der Einzelhandel gezeigt, erklärte Dörfler laut Mitteilung. "Das legt den Schluss nahe, dass der private Konsum auch in diesem Jahr nicht auf die Beine kommt."

Auch in der Industrie hat sich die Stimmung leicht eingetrübt: 47 Prozent der Industrieunternehmen zeigten sich mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden, bei der vorangegangenen Befragung im Herbst vergangenen Jahres waren es noch 52 Prozent. Seit Jahresbeginn kämpften die Unternehmen mit nachlassenden Auftragseingängen aus dem In- und Ausland, sagte Dörfler. "Besonders betroffen ist die konsumnahe Ge- und Verbrauchsgüterindustrie."

Auch in der krisengebeutelten Bauwirtschaft hätten die Pessimisten erstmals seit zwei Jahren wieder die Oberhand gewonnen. Vor allem im privaten Wohnungsbau, der angesichts der Streichung der Eigenheimzulage eingebrochen war, liefen die Geschäfte schlecht.

Dörfler warnte vor den bestehenden Konjunktur-Risiken: Durch die internationale Finanzkrise könnten sich die Kreditkosten erhöhen, zudem werde eine Rezession der US-Wirtschaft "immer wahrscheinlicher", sagte der BIHK-Hauptgeschäftsführer. "Die bayerische Wirtschaft konnte die Abhängigkeit vom amerikanischen Markt zwar durch neue Absatzgebiete reduzieren, doch klassische Exportbranchen, wie etwa die Automobilindustrie, werden sich dem Sog einbrechender Wachstumszahlen in den USA nicht vollständig entziehen können."

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