Unternehmen für die Ewigkeit

- München - Sie denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen: Deutschlands älteste Unternehmen. Ob im Bankengewerbe, bei der Schuhherstellung oder der Glockengießerei - Firmen mit jahrhundertelanger Geschichte sind keine Seltenheit. Am stärksten ist die Unternehmenstradition in Bayern. Aus dem Freistaat stammt auch Deutschlands ältester Betrieb.

<P>Im Durchschnitt lebt ein deutsches Unternehmen 18 Jahre lang, schätzt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Nur in knapp 1,4 Prozent der Firmen kann hundertjähriges Bestehen gefeiert werden. Und doch gibt es Betriebe, die Kriegen, Seuchen und Feuersbrünsten zum Trotz seit vielen Jahrhunderten bestehen. Für 50 Branchen hat die "Wirtschaftswoche" das jeweils älteste noch aktive Unternehmen in Deutschland ermittelt. 16 von ihnen haben ihren Sitz in Bayern - mehr als in jedem anderen Bundesland.<BR><BR>Vor fast 1000 Jahren hat die Geschichte von Deutschlands ältestem noch aktiven Unternehmen ihren Anfang genommen: von der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan. Im Jahr 1040 erhielt Abt Arnold von der Stadt Freising das Schankrecht für die Brauerei des Benediktinerklosters auf dem Weihenstephaner Berg. Deshalb nennt die heutige Bayerische Staatsbrauerei 1040 als Startpunkt ihrer Geschichte. Durch die Säkularisation wird die Klosterbrauerei 1803 dem Staat zugeschlagen und ist heute ein so genannter Regiebetrieb des Freistaates. Die Weihenstephaner können sich damit nicht nur ältestes Unternehmen Deutschlands, sondern auch älteste Brauerei der Welt nennen. Zu den Methusalems ihrer Zunft gehört auch die Ludwig Stocker Hofpfisterei mit Sitz in München, die sich auf das Gründungsjahr 1331 bezieht. Der Name ist abgeleitet vom lateinischen Wort "pistor" (Bäcker). Die Hofpfisterei hat schon den bayerischen Hof mit Brot und Mehl beliefert und darf sich heute größter Öko-Backbetrieb Deutschlands nennen. Die Strategie zielt auf hohe Qualität bei entsprechendem Preis - so wie etwa beim Münchner Schuhhersteller Ed. Meier, der 1596 gegründet worden und einst königlicher Hoflieferant war.<BR><BR>Das passt ins Bild des klassischen Unternehmens für die Ewigkeit. William O'Hara, Professor an der US-Universität Bryant, hat die Erfolgsfaktoren von Traditionsfirmen untersucht und kommt zum Schluss: Diese Betriebe "sind bekannt für Verlässlichkeit und kultivieren ihren Ruf, Mitarbeiter, Lieferanten und die Nachbarn vor Ort fair zu behandeln".</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Apple verklagt Chip-Zulieferer Qualcomm
San Diego - Smartphones brauchen eine Funkverbindung. Im Geschäft mit Chips dafür ist der US-Konzern Qualcomm besonders stark. Zuletzt geriet er zunehmend ins Visier von …
Apple verklagt Chip-Zulieferer Qualcomm
Air Asia treibt Pläne für Europa-Verbindungen voran
Davos/Kuala Lumpur (dpa) - Die malaysische Billigfluglinie Air Asia will im Sommer ihre Flüge nach Europa wieder aufnehmen. Zunächst sei eine Strecke von der …
Air Asia treibt Pläne für Europa-Verbindungen voran
Stürzt Trump die Welt in einen „Handelskrieg“?
Washington - Tiefschwarze Szenarien machen die Runde: Die neue US-Regierung könnte die Welt in einen „Handelskrieg“ stürzen. Es gibt viele Fragen und vorerst nur einige …
Stürzt Trump die Welt in einen „Handelskrieg“?
18.000 demonstrieren gegen "Agrarindustrie"
Berlin - Anlässlich des Beginns der Agrarmesse "Grüne Woche" haben Tausende in Berlin unter dem Motto "Wir haben es satt!" für eine Neuausrichtung der Landwirtschaft …
18.000 demonstrieren gegen "Agrarindustrie"

Kommentare