Unwetterwarnung: DWD warnt vor schwerem Gewitter mit Orkanböen

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Unternehmen im Kaufrausch

- Frankfurt - Die deutsche Wirtschaft ist im Übernahmefieber. Im Ausland wie im Inland sind die großen Unternehmen auf Einkaufstour. Deutschland erlebt eine Fusionswelle wie zuletzt vor fünf Jahren vor dem Zusammenbruch des Neuen Marktes. So will das Pharma-Unternehmen Merck den Schering-Konzern schlucken, Linde greift nach dem britischen Gasehersteller BOC und Eon will sich den spanischen Stromerzeuger Endesa einverleiben. Die Ziele lauten Wachstum, Synergieeffekte und neue Märkte.

Doch in der Vergangenheit war die Euphorie oft überzogen. Studien zufolge schlagen über die Hälfte aller Firmenzusammenschlüsse fehl. Experten warnen vor übereilten Entscheidungen - manch eine Firma könnte sich an ihrer Gier verschlucken.

"Rund 50 bis 70 Prozent aller Übernahmen sind nicht erfolgreich", sagt Michael Grote, Finanzexperte an der Frankfurter Universität. Der Kauf bringe den Aktionären keinen Vorteil, der Investor müsse Verluste hinnehmen oder den Kauf rückabwickeln. Oft koste das auch Arbeitsplätze. "Viele glauben, sobald sie Geld angehäuft haben, müssen sie damit etwas Sinnvolles tun und einkaufen gehen - das ist empirisch aber nicht belegt."

Die Kassen der deutschen Konzerne sind derzeit prall gefüllt, weil sie sich in den vergangenen schwierigen Jahren gesund geschrumpft haben. Viele Firmen haben Schulden abgebaut und Stellen gestrichen. Nach Ansicht der Experten kommt es aber nicht nur aufs Geld, sondern auf die richtige Strategie an.

"Es ist einfach und es ist sinnvoll, eine Branche zu konsolidieren", sagt Thomas Kautzsch von der Unternehmensberatung Mercer Management. Der Käufer könne wegen seiner Branchenkenntnis das Risiko gut einschätzen, er kenne den Konkurrenten. Konzentration auf das Kerngeschäft lautet die Empfehlung der Experten - im Gegensatz zu der fehlgeschlagenen Strategie vieler Firmen, die sich in den 80er-Jahren breit aufstellen wollten und dazu in verschiedensten Branchen aufkauften. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse-Coopers haben die geplanten Erwerbungen in der Pharma-Branche gute Chancen: "Zunehmender Wettbewerbsdruck und Globalisierung haben zur Folge, dass der Trend hin zur Konsolidierung anhält."

Beim jüngsten Fall von Merck und Schering sehen Ökonomen aber wenig Möglichkeiten, Synergien zu erzeugen. "Schließlich haben Verhütungsmittel und Flüssigkristalle nichts miteinander zu tun", kritisiert Pharmaexperte Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Ein Zusammenschluss unter gleich großen Firmen gilt generell als problematisch: "Das gibt eine Menge Spannungen, weil die Mitarbeiter des aufgekauften Unternehmens sich besiegt fühlen", meint Grote. Wenn dann noch die Führungsriege ausgetauscht werde, sei die Integration extrem schwierig.

Die großen Unternehmen setzen dennoch auf Fusionen. "Die Zeit der Defensive ist vorüber", lautet das Ergebnis einer Umfrage des Magazins "Finance". Mehr als drei Viertel der Befragten hätten angegeben, dass Übernahmen für sie "eine Option" seien.

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