Unternehmen sehen schwarz: Aufschwung nur ein Strohfeuer

- Berlin - Die Konjunkturerholung in Deutschland ist nach Einschätzung der Wirtschaft nur ein Strohfeuer. Schon Ende des Jahres werde der Aufwärtstrend an Tempo verlieren, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach Auswertung seiner jüngsten Umfrage unter mehr als 22 000 Unternehmen.

<P>Der DIHK schätzt das Konjunkturplus im laufenden Jahr mit 2,0 % zwar höher ein als die Bundesregierung, die von 1,5 % ausgeht. "Es ist aber kein Aufschwung aus eigener Kraft", betonte die Organisation. Allein 0,5 % würden durch vier zusätzliche Arbeitstage 2004 erzielt. Positive Impulse kämen allein vom Export.</P><P>Angesichts von Massenarbeitslosigkeit und schwacher Inlandsnachfrage bleibt laut DIHK das Wachstumspotenzial der nächsten Jahre auf 1,0 bis 1,5 % beschränkt. Für eine Wende am Arbeitsmarkt sei dies viel zu wenig.<BR>"Noch verläuft die Konjunktur robust; derzeit ziehen jedoch Wolken am konjunkturellen Horizont auf", erklärte der DIHK. Dem momentanen Boom der Weltwirtschaft drohe eine deutliche Abkühlung, was den üppigen Wachstumsraten beim deutschen Export ein jähes Ende bereiten werde. <BR><BR>Als konjunkturelle Hauptrisiken sieht der DIHK den drastischen Anstieg der Rohstoffpreise sowie Inflationsanzeichen, aber auch die Entwicklung in den USA und China.<BR><BR>Trotz prall gefüllter Auftragsbücher der exportorientierten Betriebe wollen die Unternehmen der Umfrage zufolge ihre Investitionen nur moderat steigern. Eine Überhitzung der Weltwirtschaft werde den Exportweltmeister Deutschland hart treffen, berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Der Verlust könne nicht durch Binnennachfrage ausgeglichen werden, "die weiterhin in Lethargie verharrt". Er nannte die Angst vor Arbeitsplatzverlust "Konsumblocker Nummer eins".<BR><BR>"Von Beschäftigungsaufbau kann in diesem Jahr keine Rede sein", hieß es. Im Gegenteil werde sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verschärfen. 30 % der befragten Unternehmen planten Stellenabbau. Im Jahresdurchschnitt sei mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 100 000 zu rechnen.<BR><BR>Die Besserung in diesem Jahr sei lediglich ein Aufflackern, meinte Wansleben. Dass die Bundesrepublik 2004 ein Wachstum von 2,0 % schaffe, liege daran, dass das zweite und dritte Quartal unerwartet gut verlaufen. Doch komme dieser Trend am Winteranfang zum Erliegen.</P><P align=center></P>

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