Ein Unternehmen - zwei Pleiten

- Quakenbrück - Der einst größte Fahrradhersteller Europas, die Kynast GmbH in Quakenbrück, hat zum zwiten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Das bestätigten der Betriebsratsvorsitzende Hubert Trapka und das Amtsgericht Bersenbrück. Die Fertigung solle jedoch zunächst in vollem Umfang weitergeführt werden.

<P>Kynast hatte im vergangenen Geschäftsjahr 57 Millionen Euro umgesetzt. Ziel sei es, die Kynast GmbH mit 340 Beschäftigten und die Kynast Steel GmbH mit 47 Mitarbeitern fortzuführen. "Es sieht ganz gut aus", sagte eine Mitarbeiterin des vorläufigen Insolvenzverwalters Stephan Thiemann. Die Schwierigkeiten, die zu hohen Schulden und Zahlungsunfähigkeit geführt hätten, schienen sich nicht durch das gesamte Unternehmen zu ziehen. Beim Automobilzulieferer Kynast Steel GmbH werde alles getan, um bei den Kunden keine Engpässe entstehen zu lassen. Die Vorfinanzierung des Insolvenzausfallgeldes für die Belegschaft sei beantragt worden.</P><P>Kynast war nach der ersten Insolvenz 1999 von der MBB Capital GmbH (Berlin) übernommen worden. "Wir haben bisher keinen Überblick über die Insolvenzgründe", sagte Betriebsrat Trapka. Die Löhne für den Juni seien bezahlt worden. Noch einen Tag vor der Anmeldung der Insolvenz habe die Geschäftsführung von einem ausgeglichenen Geschäftsergebnis berichtet. Es sei enttäuschend, dass die Opferbereitschaft der Belegschaft - sie hatte durch Lohnkürzungen von mehr als 1,5 Millionen Euro das Unternehmen unterstützt - nicht zum Erfolg geführt habe. Kynast baut nicht nur gewöhnliche Fahrräder, sondern auch Dreiräder für Personen jeden Alters. Für das "Scooter Bike" - eine tiefergelegte Version des Fahrrads, auf dem man mehr liegt als sitzt - hatte sogar noch in diesem Frühjahr einen Design-Preis erhalten.</P><P><BR> </P>

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