Ein Unternehmer für Mindestlohn

Einfach-Jobs: - München - Mit seinem Bekenntnis "Mindestlohn muss sein" ist der Vorstandsvorsitzende und Inhaber der Münchner Dr. Sasse AG unter Unternehmern ganz gewiss ein Außenseiter. Trotzdem hält Eberhard Sasse den ab 1. Juli gültigen Mindestlohn in der Gebäudereinigungsbranche von knapp acht Euro in der Stunde für richtig und rechnet vor, dass dann von 1300 Euro gerade 890 Euro übrig bleiben.

"Kann davon eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind in München leben", so fragt er rhetorisch und richtet seine Forderung an die Politik: "Der Staat darf einem Niedriglöhner nicht so viel wegnehmen, dass er von seinem Lohn nicht mehr leben kann. Es kann nicht angehen, dass man in Deutschland durch Arbeit arm werden kann, das heißt konkret: Steuer- und Abgabenreduzierung bei Einfachtätigkeiten."

"Es kann nicht angehen, dass man in

Deutschland durch Arbeit arm werden kann."

Eberhard Sasse

Da die "Pflege" von Gebäuden (Facility Management) immer anspruchsvoller wird, bildet die Sasse AG sowohl Akademiker als auch Mitarbeiter mit Einfachtätigkeiten weiter. Das Unternehmen benötigt für je zehn Millionen Mehrumsatz 30 Hochschulabsolventen, die bis zum fertigen Manager drei bis vier Jahre brauchen. Doch auch für Menschen in Einfachtätigkeiten, von denen es in Deutschland zwei Millionen gibt, reicht das "learning by doing" nicht mehr aus. Den Wischmopp oder den Schraubenzieher richtig in die Hand zu nehmen, reiche nicht, es müsse mit Verstand und Plan gearbeitet werden. Denn, so Vorstand Christiane Sasse, "die Leistung der ausführenden Ebenen entscheidet über die Akzeptanz des Dienstleisters und die Zufriedenheit der Auftraggeber".

Sasse forderte daher Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für einfache Tätigkeiten. Solche Dienstleistungen würden vom Markt ignoriert.

Als Kleinster unter den Großen in der Reinigungsbranche steigerte die Dr. Sasse AG 2006 den Gruppenumsatz um elf Prozent auf 122 Millionen Euro. Die Umsatzrendite vor Steuern sank von fünf auf 4,5 Prozent, weil in neuen Märkten wie Irland oder Katar "Startgeld" bezahlt werden musste.

Im laufenden Jahr wird bei Sasse kein Umsatzwachstum eingeplant, weil erst einmal das Unternehmen "durchforstet" und für den weiteren Aufstieg in der ersten Liga vorbereitet wird. Die Zahl von mehr als 4000 Mitarbeitern wird stabil bleiben. Am Ziel, von 2001 bis 2011 von 100 Millionen DM auf 250 Millionen Euro zu wachsen, hält Sasse fest.

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