Unternehmerschelte geht weiter

- München - Die BenQ-Pleite schlägt weiter hohe Wellen. Zahlreiche Politiker und Gewerkschafter meldeten sich auch am Wochenende zu Wort und kritisierten neben dem Vorgehen von BenQ vor allem den Siemens- Konzern. "Ich bin von den unternehmerischen Leistungen dort enttäuscht", sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) der "Bild am Sonntag". Er könne die Enttäuschung der Mitarbeiter bei BenQ Mobile verstehen. Glos: Was Nokia geschafft hat, hätte Siemens auch schaffen müssen."

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck erklärte, Siemens habe für seine ehemaligen Mitarbeiter weiterhin Verantwortung. Scharfe Töne kamen von CSU und der Jungen Union (JU). Siemens handle "asozial", sagte der JU-Bezirksvorsitzender Georg Rohleder. Man müsse darüber nachdenken, den Konzern "für eine gewisse Zeit -ein, zwei, drei Jahre -von allen staatlichen Aufträgen auszuschließen". Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte vor Parteifreunden, wenn die Abgabe der Handy-Sparte an BenQ und die spätere Insolvenz "ein abgekartetes Spiel waren, wäre das für Siemens das moralische Aus".

Bayerns IG-Metall-Vorsitzender Werner Neugebauer forderte einen grundsätzlichen Kurswechsel der Wirtschaftsbosse in Deutschland. Die Insolvenz von BenQ Mobile sei nur die Spitze eines Eisbergs, sagte Neugebauer. "Menschen bekommen plötzlich Arbeitgeber aus Taiwan oder China, ohne dass irgendwelche Sicherheiten für die Arbeitnehmer existieren." Die Gewerkschaft sei derzeit dabei, die Situation von BenQ Mobile zu prüfen.

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