Urabstimmung bei Infineon

- München - Die IG Metall hat am Mittwoch die Urabstimmung für einen unbefristeten Streik gegen die Schließungspläne für das Infineon-Werk in München gestartet. Vor den Werkstoren seien Beschäftigte mehrerer Schichten seit dem frühen Morgen zu den Wahlurnen gekommen, sagte Michael Leppek von der IG Metall.

Er sprach von einer 100-prozentigen Beteiligung. Man rechne daher damit, dass eine Zustimmung über die erforderlichen 75 Prozent hinaus erreicht werde. Die Urabstimmung läuft noch einschließlich Donnerstag. Ein unbefristeter Ausstand könnte dann bereits am Freitag beginnen.

Ein Infineon-Sprecher bekräftigte, das Unternehmen sei auf einen Streik vorbereitet. "Wir werden die Produktion aufrechterhalten." Die Kunden seien darüber informiert worden, dass man sich auf einen Ausstand einstelle.

Infineon plant die Schließung bis Anfang 2007, hatte aber auch angekündigt, dass ein Streik den Schließungsprozess beschleunigen könnte. Davon wären nach Unternehmensangaben rund 800 Beschäftigte betroffen. Die Gewerkschaft hatte in Verhandlungen mit dem Unternehmen auf einen Erhalt der Arbeitsplätze gedrungen und unter anderem eine fünfjährige Qualifizierungsgesellschaft für die Betroffenen sowie eine Entgeltabsicherung für ältere Arbeitnehmer gefordert. Die Gespräche waren Ende vergangener Woche gescheitert.

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