Urabstimmung bei der Telekom

Droht ein Arbeitskampf? - Bonn/München - Die Telekom-Beschäftigten entscheiden seit Montag über den ersten großen Streik in der Geschichte ihres Konzerns. Zum Beginn der Urabstimmung legten rund 13 000 Service-Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder. Auslöser des Streits zwischen der Telekom und der Gewerkschaft Verdi sind die Pläne von Vorstandschef René Obermann, rund 50 000 Beschäftigte im Service der Festnetzsparte T-Com in eigenständige T-Service-Firmen auszulagern.

Sie sollen dort für weniger Geld länger arbeiten. Die Telekom reichte unterdessen eine Feststellungsklage beim Arbeitsgericht Bonn ein, um eventuelle Schadenersatzforderungen gegen Verdi vorzubereiten.

Die Urabstimmung dauert bis morgen. Donnerstagmittag will die Gewerkschaft das Ergebnis bekanntgeben, kurz nach Vorlage der Telekom-Quartalszahlen. Die notwendige Mehrheit für den ersten größeren Streik seit der Umwandlung der ehemaligen Behörde vor zwölf Jahren gilt als praktisch sicher. Die Gewerkschaft hatte zu Warnstreiks aufgerufen; entsprechende Aktionen sind auch für die nächsten Tage vorgesehen.

Schwerpunkte waren am Montag Bayern und Nordrhein-Westfalen, wo sich 2300 beziehungsweise 2000 Telekom-Beschäftigte beteiligten. Aufgerufen zur Urabstimmung sind rund 20 000 Tarifbeschäftigte bei T-Com, wo der Organisationsgrad der Gewerkschaft bei knapp 80 Prozent liege. Ein Verdi-Sprecher bestätigte allerdings, dass der Arbeitskampf vor allem Geschäftskunden der Telekom treffen solle. Eine Beeinträchtigung der Privatkunden sei aber nicht hundertprozentig zu vermeiden.

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