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Urlaub zu Pfingsten - Diese Regeln gelten jetzt in Italien, Österreich, Kroatien, Griechenland, Spanien & Co.

Angesichts europaweit sinkender Inzidenz-Zahlen hoffen viele Länder auf einen Neustart des Tourismus. Welche Regeln für Touristen gelten, was Urlauber jetzt wissen müssen.

Berlin – Wer nach all den harten Corona-Monaten Freunde und Bekannte fragt, was sie sich nach einem möglichen Ende der Pandemie am meisten wünschen, erhält häufig drei Antworten: Endlich wieder Freunde und Familie treffen, Sport machen - und Urlaub.

Die Vorbereitungen dazu laufen. Angesichts rückläufiger Inzidenzen rüsten sich viele europäische Länder für einen möglichen Neustart des Tourismus. Aber unter welchen Bedingungen ist der Urlaub in Österreich, Italien oder Kroatien überhaupt möglich? Welche Testpflichten gelten vor Ort, ab wann treten mögliche Lockerungen in Kraft und müssen Urlauber nach der Rückkehr nach Deutschland eventuell in Quarantäne? Die Antworten dazu finden Sie im großen Überblick zu den beliebtesten deutschen Reisezielen, von Dänemark, Frankreich oder Italien über Kroatien bis Spanien und die Türkei.

DÄNEMARK 

Die Geschäfte sind in Dänemark* längst wieder offen. Cafés, Restaurants und Bars dürfen wieder Kunden bedienen - innen aber nur, wenn die Gäste per App einen negativen Corona-Test, eine vollständige Impfung oder eine überstandene Infektion belegen können. Auch Fitnessstudio sind wieder geöffnet. Die Neuinfektionszahlen sind stabil, die Sieben-Tage-Inzidenz seit Wochen unter 100. Dänemark verzichtet als einziges EU-Land dauerhaft auf den Einsatz des Impfstoffs von Astrazeneca, auch das Mittel von Johnson & Johnson ist nun gestrichen worden.

Vollständig gegen Covid-19 geimpfte Deutsche und viele andere Menschen aus EU- und Schengen-Ländern - auch Touristen - dürfen seit dem 1. Mai wieder nach Dänemark einreisen. Dabei müssen sie im Gegensatz zu anderen Reisenden keine negativen Corona-Tests oder Einreisegründe wie etwa den Besuch von Partnern vorweisen können, auch Test- und Quarantänepflicht nach Ankunft fallen für sie weg. Bedingung ist, dass das Land der Reisenden zumindest als „oranger Staat“ gilt, die dortige Corona-Lage also nicht zu schlimm ist und dort keine besorgniserregenden Varianten des Coronavirus grassieren. Deutschland gilt derzeit als orange.

FRANKREICH 

Das Nachbarland hat am Montag die Maßnahmen ein wenig gelockert. Die Menschen dürfen sich nun wieder ohne triftigen Grund mehr als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen - Reisen innerhalb des Landes sind so wieder möglich. Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr, die ab 19. Mai auf 21.00 Uhr verschoben werden soll. Dann sollen auch Außenbereiche von Restaurants sowie Geschäfte und Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen.

Mit Stand Mittwochabend hat im Land rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Zuletzt wurden landesweit knapp 224 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche gezählt. Die Zahl sinkt seit Wochen.

Bei der Einreise nach Frankreich muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Reisende müssen außerdem eine Erklärung ausfüllen, auf der sie etwa versichern, keine Covid-19-Symptome zu haben. Dem Innenministerium zufolge dürfen Reisende aus Europa auch ohne „zwingende Gründe“ nach Frankreich einreisen. Vorrechte für Geimpfte gelten aktuell noch nicht.

GRIECHENLAND

Seit Montag dürfen in Griechenland Cafés, Bars und Tavernen unter Auflagen ihre Außenbereiche öffnen - für alle Gäste, egal ob geimpft oder nicht. Allerdings schließt die Gastronomie um 22.45 Uhr, ab 23.00 Uhr gilt dann ein abendliches Ausgangsverbot. Reisen innerhalb Griechenlands sind nicht uneingeschränkt möglich - diese Auflage soll aber am 15. Mai aufgehoben werden.

Aus deutscher Sicht gilt Griechenland derzeit noch als Risikogebiet, die Infektionslage entspannt sich aber. Besucher müssen vor der Einreise online ihre Daten hinterlegen. Bei der Einreise muss dann eine vollständige Impfung oder ein höchstens 72 Stunden alter PCR-Test vorgelegt werden. Vollständig geimpft heißt hier, dass die zweite Impfung mindestens 14 Tage her ist. Eine Quarantänepflicht besteht nicht mehr. Touristen sollten sich jedoch stets über ihr genaues Reiseziel informieren. So wurde etwa jüngst auf der Insel Kalimnos wegen hoher Fallzahlen erneut ein lokaler Lockdown verhängt.

ITALIEN

Das Mittelmeerland befindet sich seit kurzem auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Wo die Corona-Zahlen moderat sind, dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren. Ab 22.00 Uhr gilt weiter ein Ausgangsverbot. Museen und Kinos in den sogenannten Gelben Zonen haben bereits geöffnet. Ab 1. Juni sollen die Menschen in Lokalen auch wieder drinnen sitzen dürfen. Italien peilt den 2. Juni für den offiziellen Start der Sommersaison an. Wie genau die Regelungen für Einreisende, auch für Geimpfte, im Juni aussehen werden, ist noch nicht ganz klar. Die Corona-Zahlen sind zuletzt beständig gesunken. Mehr als 25 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal gegen Corona geimpft.

Grundsätzlich ist Urlaub in Italien möglich, aber bei der Einreise fordert das Land weiterhin eine Quarantäne von fünf Tagen. Zusätzlich gilt eine mehrfache Testpflicht - mit PCR-Test oder einem Antigen-Schnelltest vor und nach der Einreise. Diese Reglung läuft bis Mitte Mai. Dann soll ein nationaler „Grüner Impfpass“ eingeführt werden, um frei innerhalb des Landes reisen zu können.

KROATIEN

In Kroatien dürfen Hotels und Gaststätten draußen Gäste empfangen. Dabei gelten Auflagen. Es besteht Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen und draußen überall dort, wo kein 1,5-Meter-Abstand eingehalten werden kann. Bis 3. Mai erhielten 17,5 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung.

Wer die Einreisebedingungen erfüllt, kann in Kroatien Urlaub machen. Für die Einreise brauchen Deutsche entweder einen negativen PCR-Test oder einen negativen Antikörper-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, eine Bestätigung, Covid-19 überstanden zu haben, oder den Nachweis einer vollständigen Impfung (die zweite Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Weitere Testauflagen während des Aufenthalts gibt es nicht. Vorrechte für Geimpfte gibt es nur bei der Einreise.

ÖSTERREICH

Am 19. Mai dürfen Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen wieder aufmachen. Als Schutzmaßnahme sind Zutrittstests vorgesehen. Veranstaltungen sind draußen mit bis zu 3000 und drinnen mit bis zu 1500 Personen erlaubt. Fast ein Drittel der Einwohner ab 16 Jahren haben schon mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 140 ist auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland.

Mit den Öffnungsschritten soll auch die Quarantäne für Urlauber aus Deutschland fallen. Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene dürfen ins Land. Die Regierung plant, dass Menschen schon drei Wochen nach der Erstimpfung keine Tests mehr vorweisen müssen. Dennoch ist Österreich aus deutscher Sicht weiterhin Risikogebiet. Bei der Rückreise stehen ein Test und mindestens fünf Tage Quarantäne an.

PORTUGAL

Der ehemalige Pandemie-Hotspot Portugal hat nach Island und zusammen mit Finnland die niedrigsten Infektionswerte Europas. Am Samstag wurde der Corona-Ausnahmezustand erstmals nach rund fünfeinhalb Monaten nicht mehr verlängert. Restaurants, Cafés und Bars sowie Kinos, Theater und andere Kultur- und Freizeitstätten dürfen seitdem auch an den Wochenenden bis 22.30 Uhr offen bleiben. Bisher galt an den Wochenenden in ganz Portugal eine sehr frühe Sperrstunde, die bereits um 13 Uhr begann. Außerdem wurde neben anderen Lockerungen auch die Landgrenze zu Spanien wieder geöffnet.

Nicht notwendige, touristische Reisen aus Ländern mit einer 14-Tage-Inzidenz über 150, und dazu gehört auch Deutschland, sind allerdings weiter nicht gestattet. In dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern wurden bereits knapp 3,5 Millionen Impfdosen verabreicht. Vorteile für Geimpfte oder Genesene gibt es in Portugal noch nicht.

SCHWEIZ

Wer in die Schweiz fliegt, muss einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Wer mit Auto, Bus oder Bahn anreist, braucht das nicht. In Quarantäne müssen nur Einreisende aus Risikogebieten. Deutschland gehört nicht dazu, bis auf Sachsen und Thüringen. Hotels sind geöffnet, ebenso Museen, Läden, Theater, Kinos und Zoos und Freizeitparks. Auf Restaurantterrassen ist Essen und Trinken erlaubt. Überall gelten Höchstzahlen für Besucher, Abstandsregeln und Maskenpflicht. Es gibt keine Ausgangssperren. Besondere Zugeständnisse für Geimpfte gibt es nicht.

Trotz der Öffnungsschritte gehen die gemeldeten Infektionszahlen inzwischen zurück. Die 14-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 289 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner, nach 315 eine Woche zuvor. Rund elf Prozent der Bevölkerung waren vollständig geimpft.

SPANIEN

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist deutlich niedriger als in Deutschland, zuletzt betrug sie nur noch gut 87. In einigen Urlaubsregionen wie Valencia (circa 17) oder den Balearen (knapp 28) mit Mallorca ist die Situation sogar noch entspannter. In den verschiedenen Regionen galten am Donnerstag zum Teil zwar noch strenge Einschränkungen, die aber fast alle am Wochenende mit dem Ablauf des sechsmonatigen Corona-Notstands zu Ende gehen. Mehrere Regionen wollen derweil vor allem die nächtliche Ausgehsperre aufrechterhalten. Zudem soll unter anderem die Maskenpflicht auch im Freien vorerst weiter gelten.

Die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten nach Spanien ist grundsätzlich möglich. Die Testpflicht für Einreisen aus einem Risikogebiet aus dem Ausland (unter anderem Deutschland) besteht aber weiter. Knapp 12,4 Millionen Bürger - gut 26 Prozent aller Spanier - haben bereits mindestens die erste Impfdose erhalten, davon sind mehr als fünf Millionen vollständig geimpft. Privilegien für Geimpfte oder Genesene gibt es in Spanien jedoch noch nicht.

TÜRKEI

Noch bis zum 17. Mai gilt in der Türkei ein Lockdown: Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf sind geöffnet, die Menschen dürfen lediglich für wichtige Erledigungen vor die Tür. Touristen sind von diesen Ausgangsbeschränkungen ausgenommen und können sich frei bewegen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Land bleibt weiter auf hohem Niveau. In den touristischen Provinzen Antalya, Mugla und Izmir lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Wochen bei rund 200 Fällen pro 100 000 Einwohner. Rund 17 Prozent der Bevölkerung haben bislang mindestens eine Impfdosis erhalten, Mitarbeiter im Tourismussektor werden bevorzugt geimpft. Bei der Einreise in die Türkei muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

EINREISE NACH DEUTSCHLAND

Von den aufgeführten Ländern werden Estland, Frankreich, Litauen, die Niederlande, Polen, die Türkei und Zypern derzeit von Deutschland als Hochinzidenzgebiete eingestuft, die weiteren Staaten als Risikogebiete. Rückreisende aus Risikogebieten müssen sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes grundsätzlich in eine zehntägige Quarantäne begeben und sich vor der Ankunft in Deutschland online anmelden. Nach fünf Tagen kann die Quarantäne mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beendet werden.

Für die Rückreise aus Hochinzidenzgebieten gelten zusätzliche strengere Regeln: Einreisende müssen in diesem Fall bei Einreise nachweisen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind, etwa mit einem negativen Testergebnis. Dieser Nachweis darf nicht älter als 48 Stunden sein. (dpa/utz) *24Hamburg ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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