Urlaub, Zuzahlungen, Zuschüsse: Wie man nichts verschenkt

- Die Frist läuft: Bis zum Jahresende lässt sich viel Geld sparen. Wir geben Ihnen wichtige Tipps. Heute von R wie "Rentenbeiträge" bis Z wie "Zahnersatz".

Rentenbeiträge

Entgegen landläufiger Meinung müssen Beiträge freiwillig Rentenversicherter für das laufende Jahr nicht bis zum 31. Dezember auf dem Konto der gesetzlichen Rentenversicherer eingegangen sein. Es genügt, wenn dies bis zum 31. März für das Vorjahr geschieht. Allerdings: Tritt zwischenzeitlich der "Versicherungsfall" ein (Beispiel: eine Erwerbsminderung), so wird die Rente nur aus den bis dahin entrichteten Beiträgen berechnet. Deshalb: Eine frühzeitige Beitragszahlung empfiehlt sich. Der Mindestbeitrag macht für dieses Jahr 78 Euro monatlich aus, der höchste 1023,75.

Resturlaub

Haben Sie noch Urlaub für 2006 zu bekommen? Nehmen Sie ihn bis zum 31. Dezember 2006. Oder vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber, dass der Urlaubsrest auf 2007 übertragen wird. Verpflichtet dazu ist Ihr Chef, wenn Sie 2006 Ihren Urlaub noch nicht (voll) genommen haben, weil im Betrieb zu viel zu tun war, weil Sie krank geworden sind oder ein anderer persönlicher oder betrieblicher Grund vorlag, den Urlaub zu verschieben. Übertragener Urlaub muss bis spätestens zum 31. März 2007 genommen sein, sonst verfällt er.

Riesterrente

Sind Sie rentenversicherungspflichtig oder Ehepartner eines Rentenpflichtversicherten? Und haben Sie für 2006 noch nicht "geriestert"? Dann wird es Zeit, einen privaten Altersvorsorgevertrag abzuschließen ­ wenn Sie die staatlichen Zulagen von bis zu 114 Euro plus 138 Euro je Kind nicht verschenken wollen. Sie können wählen zwischen privaten Rentenversicherungen, Fondssparplänen und Banksparplänen.

Spenden

Parteispenden (wie auch Beiträge zu politischen Parteien) zieht das Finanzamt bis zu 1650 Euro (bei Eheleuten bis zu 3300 Euro) im Jahr zu 50 Prozent unmittelbar von der Steuerschuld ab ­ also nicht nur vom steuerpflichtigen Einkommen. Von höheren Einzahlungen erkennt es immerhin noch weitere 50 Prozent Steuer mindernd an ­ allerdings nur als Sonderausgabe und bis zu maximal weiteren 1650/3300 Euro jährlich. Von Spenden für kirchliche, religiöse oder gemeinnützige Zwecke werden bis zu 5 Prozent des "Gesamtbetrags der Einkünfte" steuermindernd anerkannt; für wissenschaftliche, mildtätige und kulturelle Zwecke bis zu 10 Prozent. Einzahlungen bis Ende Dezember 2006 mindern die Steuerschuld 2006 entsprechend. Als "mildtätig" angesehen werden zum Beispiel Werkstätten für Behinderte und Müttergenesungswerke.

Steuererklärung

Die Steuererklärung für 2004 können Sie noch bis zum 31. Dezember 2006 nachholen, sonst gehen Erstattungsansprüche verloren. Besser ist es ohnehin, die Steuererklärung "zeitnah" (also im Frühjahr 2007 für 2006) zu machen. Sie geben dem Fiskus sonst unnötig ein zinsloses Darlehen. Wer in Zeitnot gerät, der kann eine mögliche Steuererstattung auch noch dadurch sichern, dass er den vierseitigen "Mantelbogen" der Steuererklärung sowie die "Anlage N" mit dem Jahresverdienst und der bereits gezahlten Jahreslohnsteuer einreicht und im Begleitbrief darauf hinweist, dass fehlende Unterlagen nachgereicht werden. Andererseits: Viele Steuerzahler sind ohnehin verpflichtet, die Steuererklärung bis zum 31. Mai für das Vorjahr einzureichen, zum Beispiel Eheleute, die nach den Steuerklassen III/V besteuert werden oder wenn auf der Steuerkarte ein Freibetrag notiert war oder wenn neben dem Hauptberuf ein steuerpflichtiger Zweitjob ausgeübt wurde. Der Bundesfinanzhof hat zwar die Frage angesprochen, ob die 2-jährige "Ausschlussfrist" für die freiwillige Steuerveranlagung überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Derzeit empfiehlt es sich aber nicht, mit Blick darauf den Erstattungsantrag für 2004 ohne Not auf 2007 zu verschieben.

Steuerfreibetrag

Übersteigen Ihre Werbungskosten im kommenden Jahr voraussichtlich mindestens 920 Euro Pauschbetrag plus wenigstens 600 Euro zusätzlich, also 1520 Euro, so können Sie gegebenenfalls durch Eintragung eines Freibetrages auf Ihrer Steuerkarte erreichen, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber ab Januar 2007 weniger Steuern abzieht als ohne Freibetrag. Allerdings wird es grundsätzlich schwerer, die Bedingungen dafür zu erfüllen, weil die Entfernungspauschale für die ersten 20 Kilometer zum 1. Januar 2007 gestrichen wurde. Dann lohnt sich erst ab Kilometer "44" ­ auf die Arbeitswege bezogen ­ ein Antrag (Rechnung: 220 Arbeitstage x 7,20 Euro für 24 km Fahrstrecke à 0,30 Euro = 1584 Euro minus 920 Euro = 664 Euro).

Werbungskosten

Sie sind Arbeitnehmer und sind 2006 mit der Pauschale von 30 Cent für jeden Entfernungskilometer für die Wege zur Arbeitsstelle bereits bei 920 Euro angelangt? Dann hilft jeder Euro, den Sie zusätzlich für Werbungskosten ausgeben, Steuern sparen. Das können Fachbücher sein (Achtung: Das Finanzamt verlangt die Angabe des Titels auf der Quittung!) oder neue Möbel für Ihr häusliches Arbeitszimmer (dessen steuerliche Anerkennung ab 2007 weitgehend abgeschafft wird) oder eine berufliche Fortbildungsveranstaltung. Vergessen Sie nicht, auch Gewerkschaftsbeiträge anzugeben.

Zahnersatz

Sind Sie gesetzlich krankenversichert und waren Sie seit 2002 wenigstens einmal jährlich beim Zahnarzt, in diesem Jahr aber noch nicht? Dann sollten Sie auf jeden Fall bis Ende Dezember 2006 Ihre Zähne untersuchen lassen. Sonst bekommen Sie, wenn Sie 2007 Zahnersatz benötigen, von Ihrer Krankenkasse nur einen Zuschuss von 50 Prozent zum Festbetrag. Bei lückenlosem Zahnarztbesuch 2002 bis 2006 dagegen steigt der Zuscghuss auf 60 Prozent. Und wenn Sie einen jährlichen Zahnarztbesuch seit 1997 nachweisen können, dann würde im Jahr 2007 ein Zahnersatzzuschuss von 65 Prozent fällig.

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