Urlaub: Zwei Wochen am Stück müssen für jeden drin sein

- Die ersten waren schon über Pfingsten weg, die meisten anderen sind in der Planungsphase. Sie alle träumen: von Palmen, Berggipfeln, Stränden, Ruhe oder Abenteuern - von Urlaub eben. Von Ärger träumt niemand. Doch wenn's um die Ferien geht, kommt es immer wieder zu Reibereien mit dem Arbeitgeber. Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

<P>Wie viel Urlaub?</P><P>Das Bundesurlaubsgesetz sieht vier Wochen Mindesturlaub pro Kalenderjahr vor. Bei einer Fünftagewoche sind das 20 Arbeitstage, bei einer Sechs-Tage-Woche 24 Werktage; bei Teilzeitkräften und beispielsweise einer Zwei-Tage-Woche acht Tage, was aber ebenfalls vier Wochen ausmacht.</P><P>Zusätzliche Tage</P><P>Die kann es geben, wenn der Tarif- oder Einzelarbeitsvertrag das vorsehen. Außerdem kann bei besonderen Ereignissen "bezahlte Freistellung" beansprucht werden, etwa wenn ein Kind heiratet oder die Großmutter beerdigt wird. Auch die eigene Hochzeit zählt dazu oder die Goldhochzeit der Eltern.</P><P>Überstunden umwandeln</P><P>Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber ist das Sammeln von Überstunden zur Verlängerung des Urlaubs möglich. Dazu gezwungen werden kann aber weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer.</P><P>Ferien häppchenweise</P><P>Nach dem Bundesurlaubsgesetz ist der Urlaub zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, betriebliche oder persönliche (Arbeitnehmer-)Gründe würden eine Teilung erforderlich machen. Mindestens muss ein Urlaubsteil zwei Wochen umfassen.<BR> Gibt es Urlaubsgeld?</P><P>Lohn oder Gehalt laufen während des Urlaubs als Urlaubsentgelt weiter. Zusätzliches Urlaubsgeld sieht das Gesetz nicht vor. Meist ist es jedoch per Tarifvertrag (oder auch im Einzelarbeitsvertrag) festgelegt; es wird entweder als Festbetrag oder in Prozentsätzen vom Monatsverdienst gezahlt.</P><P>Betrieb in Ferien</P><P>Betriebsferien müssen mit dem Betriebsrat abgestimmt sein und sind damit verbindlich. Doch kann einem Arbeitnehmer Urlaub auch außerhalb der Betriebsferien bewilligt werden. Besteht dann aber während der Betriebsferien keine Beschäftigungsmöglichkeit für ihn, so hat der Arbeitnehmer keinen Entgeltanspruch. </P><P>Geld statt Urlaub?</P><P>Das Bundesurlaubsgesetz verbietet die Barabgeltung von Erholungsurlaub. Ausnahme: Scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis aus und steht ihm noch Urlaub zu, so muss der Arbeitgeber ihn in bar ausgleichen.</P><P>Woanders arbeiten?</P><P>Das Bundesurlaubsgesetz untersagt Erwerbstätigkeit, "die dem Urlaubszweck zuwiderlaufen". Aber: Gefälligkeitsarbeiten für den Nachbarn fallen nicht darunter. Auch "eigenwirtschaftliche" Tätigkeiten sind erlaubt, etwa die Arbeit am eigenen Haus. Ansonsten gilt: Wer während des Urlaubs anderswo arbeitet, der muss mit einer Kündigung durch den Arbeitgeber rechnen.<BR><BR></P>

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