+
Keine Urlaubsangst: Die Zahl der Auslandstouristen stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 4,4 Prozent auf den Rekordwert von fast 1,2 Milliarden. Foto: Daniel Reinhardt

Touristenzahl weltweit auf Rekordhöhe

Die Zahl der Auslandsurlauber steigt seit Jahren auf immer neue Rekordwerte. Daran werden nach Ansicht der zuständigen UN-Organisation auch die jüngsten Anschläge auf touristische Einrichtungen nichts ändern.

Madrid (dpa) - Internationale Konflikte und Terrorgefahren halten Urlauber in weiten Teilen der Welt nicht von Reisen ins Ausland ab.

Die Zahl der Auslandstouristen stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 4,4 Prozent auf den Rekordwert von fast 1,2 Milliarden. Damit habe die Reisebranche bereits im sechsten Jahr in Folge ein Wachstum von über vier Prozent erzielt, teilte die UN-Tourismusorganisation (UNWTO) am Montag in Madrid in ihrer Jahresbilanz mit. Für dieses Jahr sei ein Wachstum von etwa 3,5 bis 4,5 Prozent zu erwarten.

Zu den jüngsten Anschlägen von Islamisten auf touristische Einrichtungen betonte der UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai: "Was immer geschieht, die Auswirkungen werden stets nur kurzfristiger Natur sein. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben Terroranschläge für den Tourismus mittel- und langfristig keine größeren Folgen." Die Urlauberbranche erhole sich rasch nach solchen Attacken.

Die UNWTO äußerte sich jedoch besorgt darüber, dass einzelne Staaten aufgrund der Terrorgefahr Reiseeinschränkungen verhängen könnten. Damit würden die betroffenen Länder in zweifacher Hinsicht zu Opfern, sagte Rifai.

Zuerst würden sie von Terroranschlägen erschüttert und anschließend international isoliert. Die Sicherheit könne auch mit anderen Mitteln gewährleistet werden. "Der Terrorismus ist eine weltweite Bedrohung", betonte der UNWTO-Generalsekretär. Er könne nicht von einzelnen Staaten, sondern nur von der internationalen Gemeinschaft bekämpft werden.

Nach Angaben der Organisation verdoppelte sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit die Zahl der Touristen. 2015 verzeichneten Europa, Asien und der Pazifik-Raum sowie Nord- und Südamerika mit einem Plus von jeweils ungefähr 5,0 Prozent die höchsten Zuwachsraten. Allein in Afrika ging die Touristenzahl im Vergleich zum Vorjahr um etwa drei Prozent zurück. Dies führte die UNWTO vor allem auf einen starken Rückgang im Norden des Kontinents zurück.

Die UN-Organisation geht davon aus, dass mit den Touristenzahlen auch die Einnahmen der Branche gestiegen sind. Dafür lägen für 2015 allerdings noch keine verlässlichen Statistiken vor, betonte die UNWTO. Sie warnte davor, aufgrund des Flüchtlingszustroms in Europa das Schengener Abkommen über die Aufhebung von Grenzkontrollen auszuhebeln. "Dieses Abkommen hat den Europäern viele Vorteile gebracht", betonte der UNWTO-Generalsekretär. "Es darf nicht geopfert werden."

Die UNWTO zählt als Touristen alle Reisenden, die wenigstens eine Nacht im Ausland verbringen. Nach ihren Angaben hat die Branche weltweit direkt und indirekt einen Anteil von fast zehn Prozent am BIP (Bruttoinlandsprodukt) und stellt neun Prozent der Arbeitsplätze.

Mitteilung der UNWTO - Englisch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax nach Ifo-Index moderat im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag dank solider Wirtschaftsaussichten aus Deutschland über der Marke von 13.000 Punkten stabilisiert. Nach einem …
Dax nach Ifo-Index moderat im Plus
Ledvance-Betriebsräte wollen Alternativkonzept vorlegen
LED-Leuchtmittel verdrängen seit Jahren klassische Lampen aus Haushalten und Unternehmen. Doch die Mitarbeiter von Ledvance wollen nicht akzeptieren, dass sie deswegen …
Ledvance-Betriebsräte wollen Alternativkonzept vorlegen
Stillstand beim Dieselfonds für Kommunen
Im Schatten der schwierigen Regierungsbildung ist die Diesel-Krise etwas aus den Schlagzeilen gekommen. Doch für viele Städte hat das Thema große Bedeutung. Ziel ist es, …
Stillstand beim Dieselfonds für Kommunen
EZB: Deutsche sind Bargeldkönige der Eurozone
Bei Münzen und Scheinen in der Tasche liegen die Deutschen in Europa ganz vorne. Doch nicht nur die Bundesbürger hängen am Cash. Bargeld spielt auch sonst eine weit …
EZB: Deutsche sind Bargeldkönige der Eurozone

Kommentare