Urlaubs-Schock: Sprit bei 1,50 Euro?

München/New York - Deutschlands Autofahrern drohen an den Tankstellen neue Höchstpreise. Die ersten Preissprünge gab es in der Nacht zum Dienstag - pünktlich zum Streik bei der Bahn, als viele Pendler am Morgen zwangsweise aufs Auto umsteigen mussten. Ein Liter Super kostet zur Zeit bis zu 1,40 Euro je Liter. Der bisherige Höchstwert für einen Liter Super wurde Mitte Mai mit 1,43 Euro erzielt.

Die zweite Preisrunde wird am Wochenende erwartet, zum Ferienbeginn in fünf Bundesländern. Kurzfristig könnte ein Spitzenwert von 1,50 Euro je Liter erreicht werden.

Hintergrund: Die Ölpreise an den internationalen Märkten sind gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im August wurde gestern mit 76,30 US-Dollar gehandelt. Das waren nur noch vier Dollar weniger als im August 2006, als die historischen Höchstnotierungen für das schwarze Gold erreicht worden waren. Im Januar 2007 war das Fass Öl vorübergehend wieder für 55 Dollar zu haben gewesen, ehe die Notierungen erneut stark anzogen.

Der Bericht zu den Öllager-Bestandsdaten in den USA habe die Märkte zuletzt eher verwirrt, sagte der Ölmarktexperte Simon Wardell. Wegen gestiegener Benzinlagerbestände waren die Ölpreise zunächst unter Druck geraten. Da die Rohöllagerbestände zugleich aber deutlich gesunken waren, erholten sich die Preise wieder. Gestern sei zudem eine Reihe von spekulativ orientierten Investoren in den Markt eingestiegen, sagten Händler. Einige Fonds wollten den Ölpreis offensichtlich nach oben treiben.

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