Die "Urlaubs-Börse" macht den Preis

- München - Die Reiseveranstalter stehen nach Ansicht von Experten am Scheideweg. "Die Verlierer im Touristik-Markt werden mittelgroße Reiseveranstalter ohne klare Positionierung, klassische Reisebüros und konzernunabhängige Charterflug-Gesellschaften sein", sagte Dieter Schneiderbauer von der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting. Die Zeiten großer Wachstumsraten seien vorbei und die Urlauber zeigten sich bei der Wahl ihrer Reiseziele anspruchsvoller, spontaner und seien echte "Schnäppchenjäger" geworden. Daher könnten nur gut aufgestellte Unternehmen überleben. Kleinere spezialisierte Anbieter wuchsen trotz Krise.

<P>Nach Ansicht von Schneiderbauer ist Spezialisierung eines von drei Geschäftsmodellen, mit denen Touristik-Unternehmen im sich wandelnden Markt bestehen könnten. Wachstumschancen hätten neben dem Spezialisten Reiseveranstalter im Internet. Sie böten den Kunden neben schnellen Informationen vor allem kostengünstige Standardprodukte. Zurzeit haben diese Internetanbieter einen Anteil von drei Prozent am 52 Milliarden Euro großen Gesamtvolumen im europäischen Tourismus. Bis auf zehn Prozent könne der Marktanteil wachsen, sagte Schneiderbauer.</P><P>In beiden Fällen, so der Experte, sei das Marktvolumen stärker begrenzt als im dritten Geschäftsmodell: Dem internationalen integrierten Touristik-Konzern. Und der sollte sich wieder auf seine Stärken konzentrieren. "Die Pauschalreise ist das größte Geschäft", sagte Schneiderbauer. Bei den Preisen müssten alle Veranstalter umdenken. Durch ein dynamisches Preismodell, das sich wie Aktienkurse an Angebot und Nachfrage orientiert, könne den Präferenzen der Kunden genauer gerecht und deren Zahlungsbereitschaft besser abgeschöpft werden. In Zeiten des Booms habe die Branche nicht über solche Modelle nachgedacht, jetzt hielten sie langsam Einzug. Frühbucher-Rabatte brächten keinen Erfolg, weil die Kunden beim Buchen in letzter Sekunde immer noch weniger bezahlen müssten.</P>

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