"Der Drops ist gelutscht"

Börse reagiert positiv auf ESM-Urteil

Frankfurt - Der Dax ist nach der mit Spannung erwarteten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm auf ein Tageshoch von 7.410 Punkten geklettert.

Der Dax hat am Mittwoch nach dem „Ja“ des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm bei 7410 Punkten den höchsten Stand seit Juli 2011 erreicht. Am Nachmittag stand der Leitindex noch 0,63 Prozent höher bei 7356 Punkten. Ohnehin hatte das wichtigste deutsche Aktienbarometer bereits seit Monatsanfang mehr als sechs Prozent zugelegt. Für den MDax ging es am Mittwoch um 0,33 Prozent auf 11 221 Punkte hoch, der TecDax legte 0,53 Prozent auf 811 Punkte zu.

Weitere Reaktionen auf das Urteil finden Sie hier!

„Das Bundesverfassungsgericht hat mit der Genehmigung genauso geurteilt, wie erwartet“, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Es seien zwar einige Auflagen verlangt worden, um der Ausgestaltung des ESM zustimmen zu können. „Grundsätzlich ist der Drops aber gelutscht und die Maschinerie seitens der EZB kann ins Laufen kommen“, so Lipkow. Auch Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital bezeichnete die Ratifizierung des ESM „wie erwartet“. Das sei zum großen Teil in den Marktpreisen enthalten. Kurzfristig drohten Gewinnmitnahmen, auf längere Sicht sei die Entscheidung aber positiv für den Markt.

Commerzbank-Aktien hielten sich mit plus 5,99 Prozent auf 1,557 Euro klar an der Dax-Spitze. Händlern zufolge knüpft das Papier vor allem wegen der Entspannung in der Eurozone, die sich an tendenziell sinkenden Renditen der Staatsanleihen klammer Euroländer wie Spanien und Italien ablesen lasse, an seine Erholung an. Zudem verwiesen einige auf die verbesserte Charttechnik. Titel der Deutschen Bank verloren dagegen nach ihren kräftigen Vortagsgewinnen 0,50 Prozent.

Gegen den Trend schwächer zeigten sich Daimler-Aktien mit einem Minus von 0,27 Prozent auf 39,250 Euro. Händler verwiesen auf belastende Aussagen des US-amerikanischen Lkw-Herstellers Paccar, demzufolge sich die Auftragslage in Nordamerika in den vergangenen Monaten verschlechtert hat. Am Dax-Ende stand aber mit minus 1,09 Prozent der defensiv eingestufte Wert von Fresenius.

Im MDax kletterten Fraport-Aktien nach Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers für August mit plus 4,11 Prozent an die zweitbeste Stelle.

Am Rentenmarkt stieg die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,30 (Vortag: 1,22) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,52 Prozent auf 133,28 Punkte. Der Bund Future verlor 0,61 Prozent auf 139,53 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2896 (1,2787) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7754 (0,7820) Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Amazon will 2000 neue Jobs in Deutschland schaffen
Seattle - Der weltgrößte Online-Händler Amazon will in diesem Jahr über 15.000 neue Arbeitsplätze in Europa schaffen und davon sollen mehr als 2000 auf Deutschland …
Amazon will 2000 neue Jobs in Deutschland schaffen
Euro-Finanzminister nehmen Athens Sparprogramm in den Blick
Der Euro gerät politisch unter Druck. In Frankreich, in den Niederlanden machen Rechtspopulisten gegen die Gemeinschaftswährung Stimmung. Und ausgerechnet jetzt kocht …
Euro-Finanzminister nehmen Athens Sparprogramm in den Blick
Kraft Heinz zieht 143-Milliarden-Angebot für Unilever zurück
New York/London - Schon die ersten Annäherungsversuche stießen auf wenig Gegenliebe. Jetzt zieht der amerikanische Ketchup- und Lebensmittel-Gigant Kraft Heinz sein …
Kraft Heinz zieht 143-Milliarden-Angebot für Unilever zurück
Ärger bei Fans: Marke „Capri-Sonne“ verschwindet vom Markt
München - Mit der Marke Capri-Sonne verbinden manche zahlreiche Kindheitserinnerungen. Doch diese verschwindet jetzt vom Markt. Die Verbraucherzentrale warnt vor dem …
Ärger bei Fans: Marke „Capri-Sonne“ verschwindet vom Markt

Kommentare