US-Anleger von Google und Microsoft enttäuscht

New York - Führende IT-Konzerne wie Microsoft und Google haben die nervösen US-Anleger selbst mit starken Quartalszahlen enttäuscht. Trotz kräftiger Steigerungen bei Umsatz und Gewinn gaben die Aktien nachbörslich deutlich nach.

Google und Microsoft legten die Zahlen am Donnerstag in einem Schwung mit dem Schwergewicht IBM und dem schwächelnden Intel-Konkurrenten AMD vor. Während das Geschäft bei IBM brummt, meldete AMD einen Milliardenverlust und wechselte den Chef aus. Die IT-Unternehmen profitieren wie auch andere US- Unternehmen in Zeiten einer schwachen US-Konjunktur von der robusten Nachfrage aus dem Ausland und dem niedrigen Dollar-Kurs.

Der Internet-Riese Google steigerte den Gewinn im zweiten Quartal um 35 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar und den Umsatz um 39 Prozent auf 5,37 Milliarden Dollar (3,39 Milliarden Euro). Die Anleger ließen die Aktie des Suchmaschinen-Spezialisten trotzdem nachbörslich um bis zu zehn Prozent fallen. Google verfehlte noch höhere Markterwartungen, unter anderem beim Gewinn je Aktie. Zudem sehen Experten Anzeichen für eine Abschwächung des rasanten Wachstums des Internet-Konzerns. Unter anderem wachse das Kerngeschäft von Google - die Klicks auf Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche - nicht mehr so schnell wie vorher, argumentieren sie. Google-Chef Eric Schmidt räumte ein, das wirtschaftliche Umfeld sei mehr zu einer Herausforderung geworden.

Microsoft profitiert weiter von guten Geschäften mit seinem Betriebssystem Windows. Der Überschuss kletterte in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 42 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte im Jahresvergleich auch dank der Dollar-Schwäche um 18 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar zu. Es war vor allem der Ausblick auf das angebrochene Geschäftsjahr, der die Anleger enttäuschte. Die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um fünf Prozent.

Den Chiphersteller AMD plagen dagegen ganz andere Probleme. Der Verlust des Intel-Konkurrenten verdoppelte sich im zweiten Quartal im Jahresvergleich fast auf 1,2 Milliarden Dollar. AMD führt das Minus größtenteils auf das Geschäft mit Chips für mobile Geräte und TV- Technik zurück. Mit dem 46-jährigen Dirk Meyer, der bisher für das operative Geschäft zuständig war, soll nun ein neuer Konzernchef das Ruder herumreißen. Der langjährige AMD-Boss Hector Ruiz soll den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten. Rückendeckung bekam AMD am Donnerstag von der EU-Kommission, die gegen Intel weitere Wettbewerbsvorwürfe erhob. Die Brüsseler Kartellwächter werfen dem unangefochtenen Marktführer unfaire Wettbewerbspraktiken gegenüber AMD vor.

IBM konnte dagegen dank eines starken internationalen Geschäfts Umsatz und Gewinn überraschend kräftig steigern. Unter dem Strich verdiente IBM besonders dank seiner erfolgreichen Servicesparte 2,8 Milliarden Dollar und damit 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg auch wegen des schwachen Dollar um knapp 13 Prozent auf 26,8 Milliarden Dollar. IBM rechnet nun für das Gesamtjahr mit mehr Gewinn als bisher.

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