+
Die Nachfrage nach Neuwagen hat sich in den USA abgeschwächt. Vor allem für deutsche Autohersteller sieht es in den Vereinigten Staaten derzeit düster aus. Foto: Peter Foley

US-Automarkt verliert an Schwung - VW-Absatz bricht weiter weg

In den USA bleibt die Kauflust auf Neuwagen groß, aber die Nachfrage schwächte sich zuletzt etwas ab. Die meisten deutschen Anbieter geben auf dem Markt derzeit ohnehin kein gutes Bild ab - allen voran der mit den Folgen der Dieselgate-Affäre kämpfende Hersteller VW.

Detroit (dpa) - Neuer Monat, altes Bild: Die Amerikaner geben viel Geld für Neuwagen aus, doch Volkswagen verliert weiter an Boden. Im März sanken die Verkäufe der Marke mit dem VW-Logo im Jahresvergleich um 10,4 Prozent auf 26 914 verkaufte Autos, wie der vom Abgas-Skandal erschütterte Konzern mitteilte.

Damit fiel das Minus zwar nicht ganz so deutlich aus wie im Vormonat, allerdings hatte der März in diesem Jahr auch zwei Verkaufstage mehr. Rechnet man diesen Effekt heraus, verstärkte sich der Abwärtstrend.

Besser lief es bei der VW-Oberklassetochter Audi. Die Ingolstädter verkauften 18 392 Wagen und damit 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der ebenfalls zum Volkswagen-Konzern gehörende Luxus-Anbieter Porsche wurde 0,7 Prozent mehr Fahrzeuge los. Die deutschen Premiumhersteller BMW und Daimler taten sich hingegen schwer. Bei den Bayern sackten die Verkäufe um 13,3 Prozent auf 34 795 Autos ab. Bereits im Vormonat hatte BMW stark abgebaut. Daimler verbuchte ein Minus von 3,6 Prozent auf 31 715 Autos.

Dabei zeigt sich der US-Markt, der 2015 mit knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen einen Absatzrekord verbuchte, eigentlich weiter recht robust. Ford und Fiat Chrysler brachten im vergangenen Monat jeweils acht Prozent mehr Neuwagen auf die Straße als im Vorjahr. Noch deutlicher legten Nissan mit 13 Prozent und Honda mit elf Prozent zu. Nicht ganz so rund lief es beim US-Branchenführer General Motors. Die Opel-Mutter verbuchte nur ein Mini-Plus von 0,9 Prozent. Der weltgrößte Hersteller Toyota verkaufte 2,7 Prozent weniger.

Vorläufigen Berechnungen des Fachblatts "Automotive News" zufolge steigerte die Branche ihren Absatz im März um knapp vier Prozent auf 1,49 Millionen Fahrzeuge. Nach Kalkulation von GM-Chefökonom Mustafa Mohatarem würden die Hersteller in diesem Jahr 17,1 Millionen Neuwagen absetzen, wenn sie die Dynamik aus dem letzten Monat beibehält. "Die Stärke der US-Wirtschaft ist sehr positiv." Historisch niedrige Finanzierungszinsen, die starke Beschäftigung und günstiger Sprit dürften den Markt noch länger stützen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Washington (dpa) - Die amtierende US-Notenbankchefin Janet Yellen wird zum Ende ihrer Amtszeit nicht weiter unter ihrem Nachfolger im Führungsgremium der Bank …
Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Schwere Schlappe für Deutschland: Weder Frankfurt am Main noch Bonn werden Standort für eine der aus London wegziehenden EU-Behörden. Die lachenden Sieger sitzen in den …
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden
Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA fiel auch …
Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden
Gescheiterte Jamaika-Verhandlungen beeindrucken Märkte kaum
Neuwahlen, Minderheitsregierung - oder doch noch ein weiterer Anlauf zu einer Koalition? Die Verwirrung nach den gescheiterten Gesprächen über ein Jamaika-Bündnis ist …
Gescheiterte Jamaika-Verhandlungen beeindrucken Märkte kaum

Kommentare