US-Baufinanzierer Fannie Mae: 74,4 Milliarden Verlust

Washington - Der US-Baufinanzierer Fannie Mae beschließt 2009 mit einem gigantischen Verlust von 74,4 Milliarden Dollar. Jetzt soll der Staat noch einmal helfen - mit 15,3 Milliarden Dollar.

Der US-Baufinanzierer Fannie Mae hat im abgelaufenen Jahr einen gigantischen Verlust angehäuft und braucht weitere Hilfe vom Steuerzahler. Unterm Strich verlor der größte Immobilienkreditgeber des Landes 74,4 Milliarden Dollar. Das ist einer der höchsten Verluste der US-Wirtschaftsgeschichte.

Alleine im Schlussquartal belief sich das Minus auf 16,3 Milliarden Dollar. Darin eingerechnet sind Zinszahlungen für vom Staat gehaltene Vorzugsaktien. Fannie Mae und der kleinere Bruder Freddie Mac spielen für die Stabilisierung der US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes.

15,3 Millionen Dollar Hilfe vom Staat?

Die US-Regierung hatte in der Finanz- und Wirtschaftskrise das Steuer bei den Konzernen übernommen und versucht nun, Ruhe in den Markt zu bringen. Dafür nimmt US-Präsident Barack Obama auch hohe Verluste in Kauf. Im Jahr 2008 hatte das Minus von Fannie Mae 59,8 Milliarden Dollar betragen. Die Qualität der übernommenen Kredite habe sich inzwischen verbessert, sagte Fannie-Mae-Chef Mike Williams am späten Freitagabend. Die Hilfsprogramme für gestrauchelte Hausbesitzer schlügen an.

Fannie Mae hatte seinen Schuldnern unter anderem angeboten, vorerst weiter zur Miete zu wohnen. Angesichts der massiven Probleme soll der Staat aber weitere 15,3 Milliarden Dollar an Hilfen locker machen. Der Häusermarkt in den USA kommt aber immer noch nicht zur Ruhe. Die Preise sind weiter im Keller. Eine rasche Besserung ist wegen der hohen Arbeitslosigkeit nicht abzusehen.

dpa

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