US-Börse: Kursverluste zum Wochenstart

New York - Die US-Börsen haben zum Wochenauftakt mit Kursverlusten geschlossen. Noch vor Handelsbeginn veröffentlichte Inflationsdaten hätten die Marktteilnehmer verunsichert, sagten Börsianer.

Ein plötzlicher Rückgang der Ölpreise habe aber geholfen, die Abgaben in Grenzen zu halten. Nun werde mit Spannung auf die am Dienstag anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank und deren Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage gewartet.

Der Leitindex Dow Jones (DJIA) drehte nach einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone in der letzten Handelsstunde wieder ins Minus und gab 0,37 Prozent auf 11 284,15 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 0,90 Prozent auf 1249,01 Zähler. An der NASDAQ gab der Composite- Index 1,10 Prozent auf 2285,56 Punkte ab. Der NASDAQ 100 sank um 1,19 Prozent auf 1804,84 Punkte.

Marktbeobachter begründeten die Entspannung am Ölmarkt mit der Nachricht, dass der Tropensturm "Eduardo" zunächst nicht zu Schließungen von wichtigen Ölförderanlagen im Golf von Mexiko führen werde. Die Ölpreise sanken zeitweise auf ein Drei-Monats-Tief. Zuletzt lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bei rund 121 Dollar. Titel der großen US- Ölkonzerne gehörten entsprechend zu den Verlieren. ExxonMobil verloren 3,91 Prozent auf 76,60 US-Dollar. Chevron Corp. gaben 1,79 Prozent auf 82,80 Dollar ab.

Die Aktien von US-Fluggesellschaften profitierten hingegen: Der Rückgang des Ölpreises nähre die Hoffnung auf eine Verbesserung der Geschäftsbedingungen für die Branche, sagten Börsianer. Die Aktien der United-Airlines-Mutter UAL gewannen 8,90 Prozent auf 8,93 Dollar. Daneben standen Finanzwerte im Fokus der Anleger: Nach dem enttäuschenden Halbjahresbericht der britischen Großbank HSBC Holdings, der nicht gerade auf ein Ende der Kreditkrise hindeute, habe auch die Nachricht über den Bankrott des Hausbauers WCI Communities die Sorgen über das Ausmaß Immobilienkrise wieder geweckt, sagten Börsianer. Daneben verwiesen Analysten in verschiedenen Studien auf die Gefahr weiterer Kreditausfälle. Die Titel der Bank of America verloren 2,13 Prozent auf 32,62 Dollar. Aktien von Wachovia litten nach dem Kursanstieg der vergangenen Woche zusätzlich unter Gewinnmitnahmen und büßten 9,85 Prozent auf 17,11 Dollar ein.

Die Aktien von Motorola sprangen unterdessen um 11,46 Prozent auf 9,82 Dollar hoch. Der frühere QUALCOMM-Manager Sanjay Jha wird neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Mobilfunk-Sparte. Der angeschlagene US-Telekomausrüster treibt damit die angekündigte Aufspaltung des Konzerns in zwei Geschäftsfelder weiter voran. ImClone verloren nach der Ablehnung des Übernahmeangebots des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb 0,57 Prozent auf 65,03 Dollar. Der Verwaltungsrat des Biotech-Unternehmens hat die Offerte in einer ersten Reaktion als zu niedrig bezeichnet. Auch Großinvestor Carl Icahn habe dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass er gegen die Offerte sei, hieß es. Aktien von Bristol-Myers stiegen unterdessen um 1,33 Prozent auf 21,39 Dollar.

Die Rentenmärkte verbuchten leichte Abgaben. Die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen gaben rund einen Viertelpunkt nach. Die gegenläufige Rendite stieg auf 3,964 Prozent. Der Euro notierte kaum verändert bei 1,5580 US-Dollar.

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