US-Ermittler kommen in Siemens-Affäre nur langsam voran

München - US-Ermittler sind bei ihren Vernehmungen im milliardenschweren Siemens-Schmiergeldskandal in München einem Pressebericht zufolge nur langsam vorangekommen.

Die zehn Fahnder der US-Bundespolizei FBI, der Börsenaufsicht SEC und des US- Justizministeriums, hätten in den vergangenen Tagen statt wie ursprünglich geplant elf nur drei Zeugen vernommen, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Untersucht würden Unregelmäßigkeiten in der früheren Kommunikations- und Medizintechniksparte.

Hintergrund der Vernehmungen ist ein Rechtshilfeersuchen der drei US-Behörden vom Januar dieses Jahres. Laut "Spiegel" interessierten sich die US-Ermittler besonders für Erkenntnisse der deutschen Fahnder über die Bestechung von Amtsträgern zwischen den Jahren 1998 und 2007, unter anderem in Nigeria und Griechenland sowie ein Siemens-Projekt in Argentinien, bei dem Ende der 90er Jahre Millionen-Schmiergelder an Regierungsmitglieder geflossen sein sollen. Ende September wollen die Amerikaner dem Magazin zufolge in München weitere Zeugen vernehmen.

Oberstaatsanwalt Anton Winkler bestätigte am Samstag auf Anfrage lediglich, dass bis Freitag drei Zeugen befragt wurden. "Das waren längere Vernehmungen." Derzeit sei noch nicht entschieden, ob die Ermittler im September nochmals nach München kommen. Bei den Vernehmungen im Rahmen der Rechtshilfe seien auch Vertreter der Staatsanwaltschaft anwesend gewesen. Ein Sprecher von Siemens wollte den Bericht auf Anfrage nicht näher kommentieren.

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