US-Gesetz gegen Glücksspiele im Internet

- Washington - Nachdem der US-Kongress am Freitag ein Gesetz gegen Glücksspiele im Internet verabschiedet hat, sind die Aktien von Online-Wett- und Glücksspielanbietern massiv unter Druck geraten.

Die Aktien der betroffenen Unternehmen verloren in einem insgesamt europaweit leicht freundlichen Marktumfeld zeitweise bis zu 75 Prozent. Das vor allem von den Republikanern unterstützte Gesetz verbietet Kreditkartenfirmen und Banken den meist außerhalb der USA ansässigen Internet-Glücksspiel-Unternehmen Geld anzuweisen, berichtete die "Washington Post".

Die mit großer Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus beschlossene Bestimmung, das dem neuen Hafensicherheits-Gesetz angehängt wurde, benötigt vor Inkrafttreten nur noch die Unterschrift von US-Präsident George W. Bush.

Damit sei die gesamte Glücksspiel-Industrie im Internet bedroht, die insgesamt zwölf Milliarden-Dollar (9,4 Milliarden Euro) umsetze, schreibt die Zeitung. Vier Wochen vor den Kongress-Wahlen hofften die Republikaner mit dem Beschluss gegen das Internet-Glücksspiel vor allem konservative und religiöse Wähler beeindrucken zu können, so der Vorwurf der Demokraten, von denen aber fast alle auch für das Gesetzespaket stimmten.

Die neue Bestimmung nehme eine "Schattenwirtschaft" ins Visier, die schlicht illegal sei, meinte der Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion im Senat, Bill Frist. Das kaum zu kontrollierende Glücksspiel im Internet eröffne Geldwäschern und anderen illegalen Geldgeschäften Tür und Tor, meinen die Republikaner. Etwa die Hälfte des Spielumsatzes im Internet wird einem Kongressbericht zufolge in den USA gemacht.

Gegen Mittag führte PartyGaming mit einem Minus von 59,58 Prozent auf 43,25 Pence die Verliererliste im FTSE-100-Index an. Unter den kleineren in London gehandelten Werten brachen Sportingbet um 57,67 Prozent auf 78,00 Pence und 888 stürzten um 35,15 Prozent auf 95,00 Pence. In Wien rutschten bwin um 17,55 Prozent auf 17,15 Euro ab.

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