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Die umstrittene Flagge stammt aus Bürgerkriegszeiten.

Nach Kirchen-Massaker in Charleston

US-Händler verkaufen Konföderierten-Flagge nicht mehr

Columbia - Eigentlich ist das rote Banner mit dem blauen Andreaskreuz in den USA vor allem ein Politikum. Doch nach dem blutigen Kirchen-Massaker in Charleston ziehen nun auch Einzelhändler Konsequenzen.

Der seit Jahren andauernde Streit über die Konföderierten-Flagge aus der Zeit des US-Bürgerkrieges erreicht den Einzelhandel. Der größte US-Einzelhändler Walmart sowie der Kaufhausbetreiber Sears, dem auch die Discount-Tochter Kmart gehört, wollen den Verkauf von Artikeln mit der rotblauen Flagge laut CNN stoppen. Der Online-Handelskonzern Ebay zog am Dienstag nach und erklärte, die seiner Ansicht nach „Spaltung und Rassismus“ symbolisierende Flagge sowie Artikel mit deren Abbild zu verbieten.

In Columbia, der Hauptstadt des Bundesstaats South Carolina, versammelten sich Demonstranten, um gegen die vor dem dortigen Kapitol wehende Flagge zu protestieren. Die republikanische Gouverneurin Nikki Haley will das Banner entfernen lassen, wofür allerdings eine Zweidrittelmehrheit in beiden Parlamentskammern erforderlich ist. US-Regierungssprecher Josh Earnest sagte, die Flagge gehöre nach Ansicht von Präsident Barack Obama in ein Museum. Letztlich müsse der Bundesstaat aber selbst entscheiden.

Neu entfacht wurde die alte Debatte durch das mutmaßlich rassistisch motivierte Kirchen-Massaker in Charleston. Der 21-jährige geständige Schütze, der neun Afroamerikaner bei einem Bibelkreis erschoss, hatte auf mehreren Fotos mit der Flagge posiert. Der rassistische Ku-Klux-Klan und rechtsradikale Gruppen nutzen die Flagge bei Aufmärschen, mit der Afroamerikaner auch nach Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 eingeschüchtert werden sollten.

Die Flagge aus Bürgerkriegszeiten (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die Bereitschaft der damals zusammengeschlossenen Südstaaten, in den Krieg gegen die nördlichen US-Bundesstaaten zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Befürworter sehen sie dagegen unter anderem als Symbol, um der Opfer ihrer Vorfahren in dem Krieg mit rund 620.000 Toten zu gedenken. Neben South Carolina wird auch in anderen Südstaaten immer wieder über die Verwendung der Flagge diskutiert, etwa in Florida, Georgia und Mississippi.

„Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen“, sagte ein Walmart-Sprecher dem Sender CNN. Walmart hatte die Flagge selbst und andere Artikel wie T-Shirts oder Gürtelschnallen mit dem Abzeichen bislang im Angebot. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) erklärten laut US-Medien auch die Online-Riesen Amazon und Google sowie der Einzelhändler Target und Etsy - ein Internet-Marktplatz für Selbstgemachtes -, den Verkauf von Artikeln mit der Flagge zu stoppen.

Auf Ebay sind derzeit etwa noch Tassen, Hundehalsbänder und Schutzhüllen für Smartphones, Tablets und Laptops mit der umstrittenen Flagge im Angebot. „Wir haben uns entschlossen, Konföderierten-Flaggen und viele Artikel mit diesem Abbild zu verbieten, weil es unserer Ansicht nach ein zeitgenössisches Symbol für Spaltung und Rassismus geworden ist“, teilte Ebay mit. Das Weiße Haus begrüßte den Schritt. Obama will nach Angaben des Weißen Hauses am Freitag die Trauerrede für den in Charleston ermordeten Pfarrer Clementa Pinckney halten. Obama kannte ihn persönlich.

Das Massaker, bei dem sechs Frauen und drei Männer im Alter von 26 bis 87 Jahren starben, hat in den USA neue Ängste über rassistisch motivierte Angriffe geschürt. Es folgt auf Todesfälle mehrerer unbewaffneter Afroamerikaner durch die Hand weißer Polizisten.

dpa

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