+
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan, spricht beim 47. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos in der Schweiz. Foto: Gian Ehrenzeller

Dubiose Hypothekengeschäfte

US-Justiz bestätigt Milliarden-Vergleich mit Deutscher Bank

Washington (dpa) - Die Milliarden-Einigung der Deutschen Bank mit den US-Behörden im Streit über dubiose Hypothekengeschäfte ist in trockenen Tüchern.

Das US-Justizministerium bestätigte am Dienstag den bereits im Dezember vom Frankfurter Geldhaus angekündigten Vergleich über insgesamt 7,2 Milliarden Dollar (6,7 Mrd Euro). "Dieser Beschluss zieht die Deutsche Bank für illegales Gebaren und verantwortungslose Kreditvergabepraktiken zur Verantwortung, die Investoren und der US-Bevölkerung ernsthaften und dauerhaften Schaden zugefügt haben", erklärte US-Justizministerin Loretta Lynch.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan, teilte mit, das Verhalten der Bank in dieser Angelegenheit in den Jahren 2005 bis 2007 entspreche nicht den Standards und sei nicht akzeptabel. Er fügte hinzu: "Wir entschuldigen uns uneingeschränkt dafür. Wir haben uns inzwischen aus vielen der betroffenen Geschäfte zurückgezogen und unsere Standards umfassend verbessert."

Das US-Justizministerium bestätigte auch die Einzelheiten des Vergleichs: Um den zivilrechtlichen Streit beizulegen, zahlt die Deutsche Bank demnach 3,1 Milliarden Dollar Bußgeld und stellt zusätzliche 4,1 Milliarden Dollar als Wiedergutmachung für geschädigte Hausbesitzer, Kreditnehmer und Gemeinden bereit. Dem Institut war vorgeworfen worden, mit windigen Hypothekendeals Anleger getäuscht und so zum Kollaps des US-Häusermarktes im Jahr 2008 und damit zur bislang letzten großen Finanzkrise beigetragen zu haben. Zunächst hatte die US-Justiz mit einer Strafe von 14 Milliarden Dollar gedroht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rekorde bei Grund- und Gewerbesteuern
Die Gemeinden durften sich 2016 über einen Geldsegen freuen: Grund- und Gewerbesteuern sprudelten so üppig wie nie zuvor.
Rekorde bei Grund- und Gewerbesteuern
Auto wichtigstes Verkehrsmittel für Pendler
Wiesbaden (dpa) - Das Auto ist für Pendler in Deutschland mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit. Zwei Drittel der Erwerbstätigen (68 Prozent) …
Auto wichtigstes Verkehrsmittel für Pendler
Nafta-Unterhändler ziehen nach erster Runde positive Bilanz
Washington (dpa) - Die USA, Kanada und Mexiko haben nach ihrer ersten Runde der Neuverhandlungen über den nordamerikanischen Handelspakt Nafta eine positive Bilanz …
Nafta-Unterhändler ziehen nach erster Runde positive Bilanz
Aldi hat eine neue Zielgruppe: Videospiel-Zocker
Discount-Marktführer Aldi baut sein Online-Angebot weiter aus. Neben E-Books und Musik will der Billiganbieter auf seiner Online-Plattform aldilife.com ab Dienstag auch …
Aldi hat eine neue Zielgruppe: Videospiel-Zocker

Kommentare